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Encavis: Windstille belastet die Gewinnmarge

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mit dem Klimawandel steigt vielerorts auch die Einsicht nach der Notwendigkeit sauberer Energieträger. Regierungen rund um den Globus erhöhen den Anteil an regenerativen Energien. Als einer der führenden Hersteller von Strom aus Windkraft und Sonne dürfte nach Ansicht von Experten auch Encavis von den guten Aussichten der Branche profitieren. Allerdings machen dem Unternehmen zuletzt hohe Kosten zu schaffen. Zudem muss für ein gutes Geschäft auch die Witterung mitspielen, was ebenfalls nicht der Fall war.

Nach einem aus meteorologischer Sicht außergewöhnlich guten Jahr 2019 spielte das Wetter schon 2020 nicht mehr ganz so mit wie erhofft, dennoch konnte Encavis beim bereinigtem Umsatz und operativen Ergebnis weiter zulegen und die Markterwartungen übertreffen. Allerdings sanken die Margen.

Im vergangenen Quartal machte dem Konzern dann die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich schlechte Witterung einen kräftigen Strich durch die Rechnung: Die Windflaute ließ die Erlöse prozentual zweistellig einbrechen, und höhere Kosten für neu ans Netz genommene Parks in Spanien sorgten mit dafür, dass das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) gar um mehr als ein Fünftel auf rund 39,3 Millionen Euro sank. Unter dem Strich verbuchte Encavis einen Quartalsverlust von 2,2 Millionen Euro.

Prognose bestätigt 

Dennoch hält das Management bisher an seinen Jahresprognosen fest. Finanzchef Christoph Husmann verwies dabei auf saisonale Schwankungen. Encavis rechnet bisher weiterhin mit einem Umsatzanstieg von zuletzt gut 292 Millionen auf mehr als 320 Millionen Euro. Das bereinigte Ebitda soll von knapp 225 Millionen auf mehr als 240 Millionen Euro zulegen. Die Encavis-Zahlen für das soeben zu Ende gegangene zweite Quartal werden für den 13. August erwartet.

Das sagen die Analysten 

Die von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erfassten sieben Analysten sind überwiegend positiv gestimmt. Vier raten zum Kauf der Papiere, drei zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 18 Euro und damit gut ein Zehntel über dem aktuellen Kursniveau von 16,28 Euro.

Zafer Rüzgar vom Investmenthaus Pareto liegt mit seinem Ziel von 18,50 Euro über dem Mittelwert aller Experten. Neben den guten Aussichten für erneuerbare Energien betont er die langfristigen Verträge des Unternehmens, die für zuverlässige und gut absehbare künftige Erträge sorgten. Der Experte geht zudem davon aus, dass das Unternehmen in puncto Profitabilität das derzeitige hohe Niveau halten wird. Auch für die Wachstumspläne von Encavis ist Rüzgar zuversichtlich gestimmt und verweist auf Partnerschaften mit Projektentwicklern und die schon recht gut gefüllte "Pipeline". 

Skeptischer ist Martin Comtesse vom Investmenthaus Jefferies. Seine Einschätzung verdeutlicht, wie wetterabhängig Encavis ist. Er äußerte sich im Mai mit Blick auf die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal enttäuscht. Ungünstiges Wetter habe auf der Ökostromproduktion gelastet. Da die Fixkosten des Unternehmens sehr hoch seien, habe das zu deutlichen Einbußen bei der Profitabilität geführt. Comtesse rät bei einem Ziel von 15,50 Euro zum Halten der Aktien.

Das macht die Encavis-Aktie 

Für die langfristigen Anleger ist die Encavis-Aktie +0,76% in den vergangenen Jahren zur Erfolgsgeschichte geworden. Dabei brauchen die Anteilseigner allerdings immer wieder gute Nerven, um teils deutliche Rückschläge auszusitzen. Von ihrem Tief bei acht Euro-Cent im Jahr 2004 kletterten sie bis zum Januar diesen Jahres auf einen Rekord von 25,55 Euro. Dabei verloren sie 2015 bis ins Jahr 2016 hinein sowie 2020 und auch im Frühjahr dieses Jahres jeweils über 40 Prozent an Wert. In der Vergangenheit konnten Encavis-Papiere die Scharte im Chart immer recht schnell wieder auswetzen. Auch aktuell sieht es eher nach Bodenbildung denn nach einem tieferen Rückschlag aus: Am Montagmorgen gab die Encavis-Aktie rund 0,4 Prozent auf 16,22 Euro nach. 

Sechs-Monats-Chart Encavis (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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