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Energie-Aktien in Trouble wegen Strompreis-Obergrenze

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Angesichts stark gestiegener Energiepreise will Frankreich den Preisanstieg für Strom in diesem Jahr auf vier Prozent beschränken, um die Bevölkerung zu entlasten. Das hat Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Donnerstagabend in Paris angekündigt. Außerdem soll der mehrheitlich in Staatshand befindliche Stromversorger EDF vorübergehend die Menge an Atomstrom erhöhen, die er an kleinere Wettbewerber verkauft. Am Aktienmarkt führte dies zu unterschiedlichen Kursreaktionen bei den Versorger-Aktien.

Mit dem laut Le Maire von der EU-Kommission bereits gebilligten Schritt soll auch die Stromrechnung der Kunden gedeckelt werden, die ihren Strom nicht von EDF beziehen. Ohne diesen Schritt hätte den Franzosen in zwei Wochen eine Erhöhung der Stromtarife um 35 Prozent gedroht, sagte Le Maire der Zeitung. 

Milliardeneinbußen für Staatskonzern 

Der Stromversorger EDF bezifferte in einer Mitteilung seine Mindereinnahmen durch die mit der Regierung in wochenlanger Verhandlung getroffene Regelung auf 7,7 bis 8,4 Milliarden Euro. Mindereinnahmen sind jedoch nicht die einzige schlechte Nachricht für EDF-Aktionäre. 

Am Donnerstagabend teilte der Konzern mit, ein weiterer Reaktor eines Atomkraftwerks sei von einem Mangel betroffen, der bereits an vier anderen Reaktoren festgestellt worden sei oder vermutet werde. Die Reaktoren würden nun länger als vorgesehen keinen Strom produzieren. Als Folge korrigierte EDF seine Vorhersage über die in diesem Jahr produzierte Atomstrommenge nach unten.

Das machen die Aktien von EDF, Eon und RWE

Der französische Energiekonzern EDF +0,69% hat nach der Bekanntgabe von neuen Problemen an einem Atomkraftwerk und staatlichen Auflagen zur Strompreisdeckelung herbe Verluste an der Börse hinnehmen müssen. Der Aktienkurs des mehrheitlich in Staatshand befindlichen Stromversorgers fiel an der Pariser Börse am Freitagmorgen zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent.

Für die Papiere von Eon -1,55% und RWE -1,75% ging es am Freitagnachmittag leicht aufwärts. Zum Handelsstart hatte ein Kurseinbruch beim französischen Konkurrenten EDF +0,69% den ganzen Sektor unter Druck gesetzt. Dann kamen aber Stimmen auf, dass Probleme bei den Franzosen die Strompreise sogar erhöhen könnten.

Sechs-Monats-Chart E.on (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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