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E.on: Innogy-Übernahme zahlt sich aus

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Energieversorger E.on hat im Tagesgeschäft im ersten Quartal von der Übernahme des Konkurrenten Innogy profitiert. Die höheren Kosten für die Integration zusammen mit weiteren negativen Effekten drückten den Essener Konzern jedoch unter dem Strich in die Verlustzone. 

Die Corona-Pandemie hatte in den ersten drei Monaten nur einen begrenzten Einfluss. Eon sieht dabei die Energiewirtschaft in einer vergleichsweise guten Position und bestätigte seine Jahresprognose.

So stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf knapp 1,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Der Umsatz wurde mit 17,7 Milliarden Euro fast verdoppelt. 

Allerdings sind die Zahlen kaum miteinander vergleichbar. So ist Innogy erst seit Ende September vergangenen Jahres voll bei Eon konsolidiert. Dazu wird noch der Teil der erneuerbaren Energien in diesem Jahr an die frühere Innogy-Mutter RWE +2,92% übertragen. Seine eigenen Geschäfte mit den Erneuerbaren hat Eon als Teil der groß angelegten Transaktion bereits zum 1. Oktober an RWE übergeben.

Das neue Kerngeschäft (Netze und Vertrieb) wurde im ersten Quartal durch die warme Witterung mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belastet, hieß es. So bekam Eon eine geringere Nachfrage im Erdgas- und Wärmegeschäft zu spüren. Die Corona-Pandemie wirkte sich zunächst nur begrenzt aus. So musste Eon ursprünglich für Kunden beschaffte Strommengen zu deutlich niedrigeren aktuellen Großhandelspreisen in Folge der Corona-Verwerfungen an den Energiemärkten abverkaufen. 

Dies betreffe das erste Quartal zunächst nur in geringem Umfang. Das Unternehmen geht jedoch von einem niedrigeren Bedarf für das Gesamtjahr aus und rechnet in diesem Zusammenhang mit einer Belastung im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für 2020.

Innogy legte ebenfalls seine Zahlen für das erste Quartal vor und berichtete wegen des warmen Wetters ebenfalls von einer deutlich niedrigeren Gasnachfrage. Zudem habe Innogy gestiegene Netzentgelte und Großhandelspreise für Strom noch nicht voll an die Kunden weitergeben können. Innogy verzeichnete daher im Vertrieb ein niedrigeres bereinigtes Ebit als im Vorjahr. Auch im Netzgeschäft ging das Innogy-Ergebnis zurück, bedingt durch den Verkauf des tschechischen Gasgeschäfts.

Verlust in Millionenhöhe

Unter dem Strich fiel bei Eon ein Verlust von 327 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 387 Millionen vor einem Jahr. Hier belasteten Kosten für die Integration von Innogy. Dazu kamen negative Effekte aus der Marktbewertung von Derivaten, mit denen das Unternehmen Preisschwankungen absichert. Bereinigt um diese und weitere Effekte steigerte Eon seinen Nettogewinn um 6 Prozent auf 691 Millionen Euro.

Den Jahresausblick bestätigte Eon. Das bereinigte Ebit soll 3,9 bis 4,1 Milliarden und der bereinigte Konzernüberschuss 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro betragen. Dies wäre ein deutlicher Gewinnanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Folgen der Corona-Pandemie für die Energiewirtschaft seien nach dem ersten Quartal jedoch noch nicht vollständig zu beurteilen.

Eon kündigte zudem zusätzliche Investitionen an. So will das Unternehmen zusätzlich 500 Millionen Euro für die klimafreundliche Modernisierung von Energieinfrastrukturen stecken.

Aktie notiert deutlich im Plus

An der Börse kann die E.on-Aktie +2,81% am Dienstag deutlich zulegen und an die Erholungsrallye der Vorwochen anknüpfen. Aus charttechnischer Sicht nehmen die Papiere des Dax-Konzerns einen weiteren Anlauf auf die 200-Tage-Linie bei 9,28 Euro. Kann diese nachhaltig durchbrochen werden, ist der Weg bis zur 10-Euro-Marke nahezu frei. 

Mit Material von dpa-AFX.
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