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Evergrande: Immo-Konzern stürzt Asiens Börsen in die Tiefe

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

 Die sich zuspitzende Krise des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hat am Montag zu schweren Verlusten an der Hongkonger Börse geführt. Der Hang-Seng-Index büßte zum Handelsschluss 3,3 Prozent auf 24.080 Punkte ein und fiel damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2020. Die Evergrande-Aktie büßte dabei zweitstellig ein.

Evergrande hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden US-Dollar (rund 256 Milliarden Euro) angehäuft. Experten sehen einen Zahlungsausfall als immer wahrscheinlicher an. In dieser Woche sind mehrere Zinszahlungen fällig.

Bonität abgestuft

Zuletzt hatten Ratingagenturen die Bonitätsnote von Evergrande mehrfach herabgestuft. Seit Jahresbeginn ist der Aktienwert des Konzerns um über 80 Prozent gefallen. "Eine Zahlungsunfähigkeit irgendeiner Art erscheint wahrscheinlich", fand die Agentur Fitch und stufte die Kreditwürdigkeit von Evergrande herab. "Wir glauben, dass das Kreditrisiko hoch ist", verwies die Agentur auf knappe Liquidität, rückläufige Verkäufe, verschobene Zahlungen an Zulieferer und Baufirmen

Illegale Machenschaften 

Über das Wochenende bot der angeschlagene chinesische Immobilienriese Anlegern an, sie mit Immobilien zu entschädigen. Das Angebot richtet sich demnach an Käufer von Vermögensverwaltungsprodukten des Unternehmens. Auch räumte Evergrande ein Fehlverhalten mehrerer hochrangiger Manager ein. Sechs Führungskräfte haben demnach mehrere Anlageprodukte des Unternehmens illegalerweise im Voraus eingelöst. Die Angelegenheit werde sehr ernst genommen, teilte das Unternehmen am Samstag mit.

Das macht die Evergrande-Aktie 

Nach der anhaltenden Talfahrt in den vergangenen Tagen und Wochen brach die Evergrande-Aktie weiter ein. Zuletzt büßte sie rund 50 Prozent ein und baute damit das Minus im laufenden Jahr auf rund 85 Prozent aus.

Auch andere chinesische Immobilien- und Finanztitel lagen tief im Minus, da es Ängste gab, dass sich die Krise auch auf andere Unternehmen ausweiten könnte. Der Hongkonger Leitindex verlor bis zum Mittag knapp vier Prozent. Die Märkte auf dem chinesischen Festland blieben wegen Feiertagen am Montag und Dienstag geschlossen.

Sechs-Monats-Chart Evergrande (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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