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Evergrande: Schock-Nachricht aus China – Mega-Crash voraus?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der schwer angeschlagene chinesische Immobilienkonzern Evergrande kommt nicht zur Ruhe: Am Donnerstag reagierten Anleger weiter Sensibel auf schlechte Nachrichten. Laut einem Medienbericht laufen in China die Vorbereitungen auf einen Kollaps des Unternehmens bereits auf Hochtouren. Der Kursverlauf der Evergrande-Aktie bleibt derweil weiter volatil. 

In einem Medienbericht hieß es nun mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen, die Chinesen bereiteten sich auf einen Niedergang von Evergrande vor. Anleger fürchten dann eine Immobilienkrise in China mit womöglich globalen Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft.

Der chinesische Konzern hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Dollar. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Der Konzern muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht zu bezahlen. Zudem schuldet Evergrande Kleinanlegern, darunter vielen Mitarbeitern, mehrere Milliarden Dollar. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine "Ansteckungsgefahr" für die chinesische Wirtschaft und darüber hinaus befürchten.

Bafin bleibt entspannt 

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin sieht derzeit keine Veranlassung für eine vertiefte Prüfung deutscher Banken wegen der Krise von Evergrande. "Im vorliegenden Fall schätzt die Bafin das Exposure der deutschen Finanzwirtschaft auf Basis der ihr aus dem aufsichtlichen Meldewesen vorliegenden Informationen aktuell als so gering ein, dass sie diesbezüglich von den unter ihrer Aufsicht stehenden Instituten bislang keinen Stresstest angefordert hat", heißt es in einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Reginald Hanke.

Im Kern würde es bei einem solchen Stresstest darum gehen, zu klären, wie groß die Gefahr wäre, dass Banken Kreditausfälle verkraften müssten, sollte sich die Evergrande-Krise weiter zuspitzen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) behalte "die Situation aufgrund der dynamischen Entwicklung um die Evergrande Group in Bezug auf mögliche Auswirkungen auf die deutsche Finanzwirtschaft ganz genau im Blick", teilte das Finanzministerium weiter mit.

Wichtige Fragen weiter offen 

Für anhaltende Verunsicherung sorgte, dass das Unternehmen noch immer keine Angaben zu einer weiteren in US-Dollar gehandelten Offshore-Anleihe gemacht hat. Nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg musste Evergrande hierfür am Donnerstag eine Zinszahlung von 83,5 Millionen US-Dollar (rund 71 Millionen Euro) leisten. Eine weitere Zinszahlung von 47,5 Millionen Dollar ist am 29. September fällig. Für beide Zahlungen gilt laut Bloomberg eine Nachfrist von 30 Tagen, was Evergrande weitere Zeit verschaffen könnte.

Evergrande-Chef beschwichtigt 

Wie chinesische Staatsmedien berichteten, versuchte Evergrande-Chef Xu Jiayin in einer Sondersitzung am Mittwochabend erneut Ängste zu zerstreuen. Es habe oberste Priorität, Kunden von Vermögensanlageprodukten auszuzahlen, sagte der Vorstandsvorsitzende demnach. Auch müsse alles dafür getan werden, den Bau von nicht fertiggestellten Wohnungen wieder aufzunehmen und die Interessen der Eigentümer zu schützen.

Großaktionär will Aussteigen

Ein wichtiger Aktionär von Evergrande kündigte an, nicht länger an seiner Beteiligung festhalten zu wollen. Die Chinese Estates Holdings, der zweitgrößte Aktionär von Evergrande, teilte mit, dass Anteile im Wert von 32 Millionen Dollar bereits verkauft worden seien. Später wolle man sich komplett von den Anteilen trennen.

Das macht die Evergrande-Aktie

An der Hongkonger Börse beendete die Evergrande-Aktie ±0,000% den Handel am Donnerstag mit einem Plus von rund 17 Prozent auf 2,66 Hong-Kong-Dollar. Zeitweise waren die Papiere sogar um über 30 Prozent gestiegen. An der Frankfurter Börse notierten die Papiere am Donnerstagnachmittag hingegen knapp 20 Prozent tiefer bei 0,29 Euro. Tags zuvor hatte die Aktie in der Spitze 0,38 Euro gekostet. 

Sechs-Monats-Chart Evergrande (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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