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Evonik: Starker Ausblick, aber Aktie schwächelt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach dem von der Corona-Krise geprägten 2020 geht der Spezialchemiekonzern Evonik verhalten optimistisch ins neue Jahr. Rückenwind soll der fortgesetzte Fokus auf die Spezialchemie liefern, die oftmals profitabler und in konjunkturell schwierigen Zeiten weniger schwankungsanfällig ist als das Geschäft mit Standard- und Massenware.

"In der Krise hat sich unsere Transformation hin zu mehr Spezialchemie ausgezahlt", sagte Evonik-Chef Christian Kullmann am Donnerstag laut Mitteilung. "Wir sind mitten in diesem Transformationsprozess, den wir konsequent weiter vorantreiben und der uns 2021 und darüber hinaus neues Wachstum bescheren wird."

Kullmann kalkuliert für 2021 mit einem Umsatz zwischen zwölf und 14 Milliarden Euro sowie mit einem bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Das wäre im günstigen Fall mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Im ersten Quartal sollen davon mindestens 550 Millionen eingefahren werden.

Corona-Pandemie belastet schwer

2020 schlugen die Folgen der Corona-Pandemie vor allem anfangs ins Kontor. Die Autokrise und der Ölpreiseinbruch hinterließen insbesondere in der ersten Jahreshälfte Spuren. Zudem gerieten die Preise für das Tierfuttereiweiß Methionin zum Jahresende hin abermals unter Druck. Robuste Geschäfte etwa mit Hygieneanwendungen sowie mit der Pharma- und auch der Windkraftbranche konnten das nicht vollständig auffangen. Der Konzernumsatz fiel 2020 um sieben Prozent auf 12,2 Milliarden Euro und das operative Ergebnis sank um elf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Unter dem Strich entfällt auf die Aktionäre ein Gewinn von 465 Millionen Euro nach 2,1 Milliarden im Vorjahr. Allerdings waren damals die hohen Erlöse aus dem Verkauf des Methacrylatgeschäfts enthalten. 

Das sagen die Analysten

Laut dem Analysten Markus Mayer von der Baader Bank überzeugt der Ausblick auf das neue Jahr vor allem bei näherem Hinsehen. So dürften die Unternehmensprognosen einen Puffer für mögliche Corona-Belastungen beinhalten.

Positiv hervor hob der Experte vor allem den Ausblick für den freien Mittelzufluss, der laut Evonik-Finanzchefin Ute Wolf weiter steigen dürfte nach überraschend hohen 780 Millionen Euro 2020. Folglich hat die Baader Bank die Einstufung für Evonik auf "Add" mit einem Kursziel von 30 Euro belassen.

Auch das Analysehaus Warburg Research sieht die Evonik-Aktie bei 30 Euro fair bewertet und hat die Einstufung nach den Zahlen auf "Buy" belassen. Das vierte Quartal sei einen Hauch schwächer als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Oliver Schwarz. Der Ausblick sei minimal besser gewesen.

Das macht die Aktie von Evonik

Trotz dem überzeugenden Ausblick ging die Evonik-Aktie +1,11% am Donnerstag auf Talfahrt. Zuletzt notierten die Papiere 0,5 Prozent tiefer bei 28,92 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie jedoch rund sieben Prozent zulegen.  

Sechs-Monats-Chart Evonik (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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