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EZB: Politik des billigen Geldes zementiert – DAX stabil

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Geldschleusen der Europäischen Zentralbank (EZB) bleiben weit geöffnet. In der ersten Zinssitzung nach der Verabschiedung einer neuen geldpolitischen Strategie bekräftigten Europas Währungshüter am Donnerstagnachmittag ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihenkäufen.

Ein Ende des Zinstiefs im Euroraum ist nach der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag weiterhin nicht in Sicht. Die Notenbank mit Sitz in Frankfurt hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Auf diesem Niveau liegt der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld inzwischen seit März 2016. Zugleich müssen Geschäftsbanken nach wie vor 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

Notkaufprogramm wird fortgesetzt 

Das zu Beginn der Corona-Pandemie aufgelegte, besonders flexible Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen (Pandemic Emergency Purchase Programme/PEPP) mit einem Volumen von 1,85 Billionen Euro führt die EZB bis mindestens Ende März 2022 fort. Obwohl angesichts der anziehenden Konjunktur die Zweifel an der Notwendigkeit solcher Käufe wachsen, will die Notenbank das Tempo der Wertpapierkäufe im dritten Quartal erhöhen. 

Die Anleihenkäufe der EZB helfen Staaten wie Unternehmen: Diese müssen für ihre Wertpapiere nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als großer Käufer am Markt auftritt. Insbesondere für Staaten ist das wichtig, weil sie in der Corona-Krise milliardenschwere Rettungsprogramme aufgelegt haben, die es zu finanzieren gilt. 

Neues Inflationsziel 

Hintergrund ist das am 8. Juli vorgestellte flexiblere Inflationsziel der EZB. Künftig strebt die Notenbank für die 19 Staaten des Euroraums eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an. Bislang lag das Inflationsziel der EZB bei "unter, aber nahe zwei Prozent". Nun ist die EZB zumindest zeitweise bereit, eine moderate Über- oder Unterschreitung der Marke von zwei Prozent zu akzeptieren.

DAX weiter stabil

Am deutschen Aktienmarkt wurde der EZB-Zinsentscheid mit Gelassenheit aufgenommen. Im Vorfeld hatten Anleger bereits eine Fortsetzung der ultrabilligen Geldpolitik erwartet. Der DAX -0,95% zog am Nachmittag um 0,6 Prozent auf 15.510 Zähler an. Damit setzte der deutsche Leitindex seinen Erholungskurs vom Vortag fort. 

Sechs-Monats-Chart DAX (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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