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Fraport: Bessere Chancen als der Rest

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Deutlich zulegen kann am Montag die Aktie von Fraport. Nachdem Mainfirst-Analysten insbesondere das totgesagte Drehkreuzmodell lobten und die Aktie auf Buy hochstuften, legte das gebeutelte MDAX-Papier rund vier Prozent zu.

Am Montag stufte der Mainfirst-Experte die Fraport-Aktie -1,58% von "Hold" auf "Buy" hoch und hob das Kursziel von 40 auf 50 Euro an. Verglichen mit dem Schlusskurs vom Freitag entspricht das neue Ziel einem Kurspotenzial von mehr als 40 Prozent. Verglichen mit anderen Analysten gesellte er sich mit dieser Einschätzung zu den größten Optimisten.

Nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise und der zuletzt schleppenden Erholung zeigte sich der Analyst zuversichtlicher, was die Erholung von Fraports Geschäft betrifft. Die Fraport-Spitze um Vorstandschef Stefan Schulte geht für das kommende Jahr davon aus, dass das Passagieraufkommen in Frankfurt nur rund die Hälfte des Niveaus aus der Zeit vor der Pandemie erreicht. Braun hingegen rechnet damit, dass es bereits auf zwei Drittel des Vorkrisenniveaus anzieht.

Drehkreuzmodell als Vorteil

Der Analyst begründet seine Einschätzung mit der Stärke des zeitweise totgesagten Drehkreuzmodells. So sei es für Fluggesellschaften wegen der anhaltend schwachen Nachfrage sinnvoll, die Passagierströme verstärkt über Großflughäfen zu leiten, damit sie ihre Maschinen möglichst gut füllen können. Direktflüge zwischen kleineren Flughäfen dürften hingegen noch für längere Zeit wegfallen, schätzt er.

Zusätzlich könnte dem Frankfurter Flughafen seine Stärke im Frachtgeschäft zugutekommen. "Frankfurt ist Lufthansas (und Europas) größtes Cargo-Drehkreuz", schreibt Braun. Die Preise für Luftfrachttransporte waren zuletzt durch die Decke gegangen, weil wegen der weitgehend weggefallenen Passagierflüge auch viel weniger Möglichkeiten für die Beiladung von Gütern gab. Lufthansa befördert in normalen Zeiten rund die Hälfte ihrer Fracht in den Bäuchen der Passagiermaschinen. Die Frachttochter Cargo profitierte vom Engpass an Kapazitäten, sie flog im zweiten Quartal wegen der Krise einen operativen Rekordgewinn ein.

Die gestiegenen Preise für Luftfracht dürften dem Lufthansa-Konzern die Passagierflüge von und nach Frankfurt finanziell wieder versüßen, schätzt Analyst Braun. Dank der hohen Frachtbeiladung könne die Airline mit einem Passagierflug ab Frankfurt deutlich leichter und mehr Geld verdienen als an anderen Flughäfen.

Positiver Cashflow dank Kosteneinsparungen

Für die Fraport-Aktie spricht nach Ansicht Brauns auch der angekündigte Abbau von 3.000 bis 4.000 der zuletzt etwa 22.000 Jobs. Dadurch sollen die Kosten des Konzerns bis 2023 um mindestens 200 Millionen Euro schrumpfen. "Wir verstehen das so, dass das Unternehmen die Krise nutzt, um seine Kostenbasis grundsätzlich zu senken", schreibt Braun. Einen solchen umfassenden Schritt habe es bei Fraport bisher nicht gegeben.

Später als geplant will Fraport zudem das dritte Passagierterminal im Süden des Flughafens fertigstellen. Statt 2023 soll der Bau nun erst 2024 oder 2025 fertig sein. Braun schätzt, dass die jährlichen Investitionen des Konzerns dadurch insgesamt 300 Millionen Euro geringer ausfallen als vor der Krise geplant.

Der Experte geht deshalb davon aus, dass Fraport schon im Gesamtjahr 2022 wieder einen positiven Barmittelzufluss erreichen kann. Bisher hatte er dies erst für 2023/2024 erwartet. Bis dahin werde die Verschuldung des Konzerns zwar weiter steigen, anschließend aber schnell wieder abschwellen, schätzt er.

Mit Material von dpaAFX.
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