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Freenet: Bevorstehender Geldregen beflügelt Aktie

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Mobilfunkanbieter Freenet will mit dem geplanten Verkauf seiner Anteile am Schweizer Mobilfunker Sunrise eine Milliardensumme einstreichen. Im Zuge eines Übernahmeangebots des US-Kabelkonzerns Liberty Global will Freenet seinen Anteil von 24,4 Prozent an den Schweizern abgeben, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mitteilten. 

Seit Jahren bahnt sich eine Fusion auf dem Schweizer Telekommarkt an - beim letzten Versuch war es aber gerade das Freenet-Management gewesen, das sich querstellte.

Diesmal will Liberty Global den Mobilfunker Sunrise übernehmen und  110 Schweizer Franken je Aktie zahlen. Für das eigene Paket könnte Freenet damit rund 1,1 Milliarden Euro erlösen. 

Dafür soll der Verkaufserlös verwendet werden

Rund 800 Millionen Euro von dem geplanten Verkaufserlös will Freenet in den Schuldenabbau stecken. Die Verwendung der restlichen Mittel ist noch offen. Zuletzt hatte Freenet bereits Schulden abgebaut. Der nun angestrebte Deal soll bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern sein. Dann sollen die Geschäfte von UPC Schweiz und Sunrise zusammengelegt werden.

Laut Händlern verschafft sich Freenet mit dem Verkauf der Beteiligung auch Freiräume für potenzielle Aktienrückkäufe. Analyst Simon Bentlage von der Privatbank Hauck & Aufhäuser hält es auch für möglich, dass die übrigen Mittel, die nicht der Schuldensenkung dienen, in eine Sonderdividende fließen. Auch Goldman Sachs-Analyst Michael Bishop wertete die Nachricht positiv.

Solide Quartalszahlen

Im zweiten Quartal hatte Freenet seinen Betriebsgewinn etwas gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebitda) betrug in den drei Monaten bis Juni 109,7 Millionen Euro. Das sind rund zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich stieg der Nettogewinn von 55,5 auf 58,1 Millionen Euro. 

Der Umsatz fiel leicht auf 622,1 Millionen Euro, wenn die Geschäfte des verkauften Unternehmens Motion TM ausgeklammert werden. Der Konzern verzeichnete im zweiten Quartal einen Zufluss von 90,8 Millionen Euro an freien Barmitteln, das sind 9,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Am Dienstagabend hatte Freenet seine Jahresprognose von Ende Februar erneut bestätigt, auch wenn diese mit höheren Unsicherheiten behaftet sei. Freenet betonte, durch die Ausgabe eines Schuldscheins Ende Juli mit einem Volumen von 345 Millionen Euro habe sich die Schuldenstruktur deutlich verbessert. Der Konzern hatte zuletzt die Dividende gekappt. Für die Zukunft wolle das Unternehmen wieder mindestens 80 Prozent des freien Mittelzuflusses ausschütten, hieß es weiter.

Geplante Fusion beflügelt Aktie

Die Aussicht auf den Geldregen ließ die Freenet-Aktie am Mittwoch in der Spitze um über ein Fünftel hochschnellen. Zuletzt führen die Papiere mit einem Plus von über 13 Prozent die Gewinner-Liste im MDAX an.

Nachdem die Papiere sich auch nach dem ersten Corona-Schock im März bis Ende Juni nicht nachhaltig erholen konnten und zeitweise wieder unter 14 Euro abrutschten, haben sie seitdem zuletzt rund ein Viertel aufgeholt. 

Sechs-Monats-Chart Freenet in Euro
Mit Material von dpa-AFX.
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