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Fünf Fakten zu Siemens Healthineers

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Siemens Healthineers blickt optimistisch in die Zukunft. In einem milliardenschweren Gesundheitsmarkt will sich die Siemens-Tochter weiter besser schlagen als die Konkurrenz und hat sich ehrgeizige Wachstumsziele verpasst – doch es bleiben Probleme.

1. Medizintechniker bleibt auf Wachstumskurs

Siemens Healthineers kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018/19 zurückblicken. Deutliche Steigerungen bei Umsatz und Gewinn, die Aktionäre konnten sich über eine höhere Dividende freuen.

Für die Geschäftsjahre 2020/21 und 2021/22 geht Healthineers von einem mittelfristigen vergleichbaren Wachstum von mehr als fünf Prozent aus. Das Gewinnplus je Aktie soll jeweils rund zehn Prozent betragen. Mehr Details will der Konzern an diesem Dienstag auf einer Investorenveranstaltung vorstellen.

2. Probleme bei der Labordiagnostik

Während sich die Geschäfte mit der Bildgebung und der Präzisionsmedizin gut entwickeln, bleibt die Labordiagnostik das Sorgenkind der Siemens-Tochter. Die Ergebnisse fielen unter den Erwartungen aus, weswegen Healthineers die eigenen Profitabilitätsziele leicht verfehlte. Wegen der anhaltenden Anlaufschwierigkeiten mit dem neuen System Atellica rechnet der Konzern hier mit einer Durststrecke.

Denn die Markteinführung des neuen Systems läuft nicht wie geplant, höhere Anlaufkosten und länger als erwartete Installationszeiten belasteten. Konzernchef Bernd Montag räumte daher auf der Bilanzpressekonferenz Anfang November Fehler ein. Man sei mit Atellica zu optimistisch in den Markt gegangen.

Dennoch sieht er das Geschäft als "entscheidenden Wachstumstreiber". Healthineers setzt große Hoffnungen in das Atellica-System, das die seit langem schwächelnde Labordiagnostik wieder nach vorne bringen soll. Bei der Profitabilität hinkt der Bereich aber weiter erheblich hinterher. Das geplante Margenziel wurde daher um zwei Jahre auf 2024 verschoben.

3. Wachstum in der Präzisionsmedizin

Dagegen erwartet das Management bei der Bildgebung und der Präzisionsmedizin eine anhaltende Wachstumsdynamik. Das noch kleine aber margenstarke Geschäftsfeld mit der Präzisionsmedizin stärkte Healthineers mit der 1,1 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Corindus, einem Hersteller robotergestützter Systeme für minimalinvasive Gefäßeingriffe.

Gerade in den USA hat sich der Konzern zuletzt verstärkt: Neben Corindus hat sich Healthineers die Mehrheit an ECG gesichert, einem führenden US-Beratungsunternehmen im Gesundheitswesen. Dazu kommen Kooperationen mit großen US-Kliniken, die Healthineers helfen können, Marktanteile zu gewinnen - etwa vom US-Konkurrenten GE Healthcare, einer General-Electric-Tochter.

4. Analysten bleiben verhalten gestimmt

Analysten nehmen derzeit überwiegend eine neutrale Haltung zu Healthineers ein. Aber es gibt auch Kaufempfehlungen, wie etwa von Holger Fechner von der NordLB. Dieser lobt die "unternehmensübergreifend klaren Prioritäten" beim Medizintechnikkonzern. Richard Latz von der britischen Investmentbank HSBC bescheinigt dem Konzern ein "ordentliches Wachstum".

Die Mittelfristprognosen stufen so manche Analysten hingegen als ehrgeizig ein, etwa die Experten von Kepler Cheuvreux. Die neuen Ziele erschienen im Vergleich mit den Aussagen der Konkurrenz womöglich ambitioniert, doch die geplanten Produkt- und Technologie-Innovationen stützten, hieß es vom Analysehaus.

Analysten sehen den Kurs derzeit ausgereizt. Der überwiegende Teil der Experten rät zum Halten der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel sehen die Analysten aktuell bei gut 40 Euro, wobei die NordLB mit 52 Euro der größte Optimist ist.

5. Starker Performer seit Börsengang

Die Aktie von Siemens Healthineers +0,13% hat sich seit dem Börsengang 2018 gut geschlagen. Die Aktie war zu 28 Euro ausgegeben worden. Seitdem hat das Papier um über 50 Prozent an Wert gewonnen. Ihr Rekordhoch erreichte die Aktie mit mehr als 44 Euro Ende November, danach ging es wieder leicht bergab. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um etwa 17 Prozent zugelegt, während der MDax auf einen Zuwachs von rund einem Viertel kommt.


Siemens Healthineers 6-Monats-Chart in Euro
Mit Material von dpaAFX.
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