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Goldman Sachs muss Mega-Strafe zahlen – Aktie überrascht

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Zwei Jahre hat man um eine außergerichtliche Einigung gerungen. Nun muss die US-Großbank Goldman Sachs im Rahmen eines Vergleichs mit Behörden in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Singapur und anderen Ländern insgesamt 2,9 Milliarden Dollar (umgerechnete etwa 2,5 Milliarden Euro) zahlen.

Das Finanzhaus mit seiner Zentrale in New Jersey akzeptiert die Milliardenstrafe wegen seiner Rolle in der Korruptions- und Geldwäscheaffäre beim malaysischen Staatsfonds 1MDB. Laut der zuständigen US-Staatsanwältin Alixandra Smith ist das die größte Strafe dieser Art in der US-Geschichte, schreibt das Handelsblatt.

Goldman Sachs wurde im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal unter anderem beschuldigt, Regierungsvertreter in Malaysia und Abu Dhabi mit Schmiergeldern von mehr als einer Milliarde Dollar bestochen zu haben.

Anwälte der Bank hatten zuvor bei Gericht in New York ein Schuldbekenntnis im Namen von Goldman Malaysia wegen Verstößen gegen das Anti-Korruptionsgesetz "Foreign Corrupt Practices Act" abgegeben.

Dem Wall Street Journal zufolge will die Bank sich Millionen von Dollar bei amtierenden und ehemaligen Top-Managern zurückholen, in deren Verantwortungsbereich die Verwicklung in die 1MDB-Affäre fällt. Betroffen seien auch der derzeitige Vorstandschef David Solomon und sein Vorgänger Lloyd Blankfein, berichtete das Finanzblatt unter Berufung auf Insider.

An der Börse wurde die Milliardenstrafe indes gelassen aufgenommen, die Aktien von Goldman Sachs +0,03% reagierten sogar mit Kursgewinnen. Denn für die Großbank hätte es noch schlimmer kommen können. Bei einer Verurteilung hätte die Bank wohl institutionelle Kunden verloren, denen die Zusammenarbeit mit Finanzunternehmen mit Vorstrafen untersagt ist. Durch den Vergleich kann das vermieden werden.

12-Monats-Chart Goldman Sachs (NYSE, in US-Dollar)


Der 1MDB-Fonds war 2009 zur Wirtschaftsförderung Malaysias eingerichtet worden, Ex-Regierungsmitglieder und dubiose Berater sollen jedoch – angeblich mit Hilfe von früheren Goldman-Mitarbeitern – den Großteil der Mittel veruntreut haben. Die Bank war an der Ausgabe von Anleihen des Fonds im Volumen von 6,5 Milliarden Dollar beteiligt und soll dabei überhöhte Gebühren eingestrichen haben.

Ende Juli hatte sich Goldman Sachs mit der Regierung Malaysias auf eine Milliardenzahlung geeinigt. Die Einigung enthält eine direkte Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar an den malaysischen Staat. Weitere 1,4 Milliarden Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten von 1MDB sollen mit Hilfe von Goldman Sachs und des US-Justizministeriums zurückgeführt werden. (Mit Material von dpa-AFX)

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