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Greensill-Insolvenz: Ein Wirschaftskrimi à la Wirecard?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ein Ex-Premierminister als Berater, ein Top-Beamter in einer Doppelrolle, Tausende Arbeitsplätze in Gefahr: Die Insolvenz des Finanzdienstleisters Greensill Capital wird in Großbritannien zum politischen Pulverfass und erinnert gewissermaßen an den Wirecard-Skandal. So zeigten sich Medien und Opposition zeigten am Mittwoch fassungslos, dass ein führender Beamter während seiner Regierungstätigkeit in Teilzeit für Greensill arbeitete - mit Erlaubnis der Regierungsbehörde Cabinet Office. Zudem sollen Steuergelder in Milliardenhöhe Projekte angeschoben haben, die im Interesse der Bank lagen. 

Im Mittelpunkt steht bisher der frühere Premierminister David Cameron, der wie Amtsinhaber Boris Johnson Mitglied der Konservativen Partei ist. Cameron hatte im Frühling 2020 als Lobbyist für Greensill bei Finanzminister Rishi Sunak um Unterstützung geworben. Der Regierungschef der Jahre 2010-2016 hat mittlerweile Fehler eingeräumt, will aber keine Regeln gebrochen haben. Dennoch sollte am Mittwoch das Parlament entscheiden, ob es eine Untersuchung einleitet. Johnson hatte bereits am Vortag eine unabhängige Prüfung angeordnet. Er vermied es, Cameron Rückendeckung zu geben.

Arbeitsplätze in der Stahlbranche gefährdet

In Großbritannien ist wegen der Insolvenz auch der Stahlhersteller Liberty Steel in Schwierigkeiten. Dessen Mutterkonzern GFG Alliance steht mit mehreren Milliarden Pfund bei dem Finanzdienstleister in der Kreide. Nun sind 5.000 Arbeitsplätze bei Liberty Steel und anderen GFG-Stahlwerken gefährdet, zumal Greensill-Gläubiger hoffen, von dem nach eigenen Angaben international bislang profitablen Stahlkonzern einen Teil ihres Gelds zurückzubekommen.

Deutsches Steuergeld verzockt

Auch für Deutschland hat die Insolvenz direkte Auswirkungen. So hatten mehrere deutsche Kommunen Gelder beim deutschen Ableger des Unternehmens, der Bremer Greensill-Bank, angelegt. Da kommunale Guthaben nicht mehr durch den Einlagensicherungsfonds geschützt sind, ist der in vielen Fällen sechs- bis siebenstellige Anlagebetrag verloren.  

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