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Grenke: Zwei Monate nach der Short-Attacke – der aktuelle Stand

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mitte September attackierte Viceroy erstmals Grenke. Fraser Perring, der hinter dem Research-Dienst steht, warf dem Leasingspezialisten unter anderem Betrug und Bilanzmanipulation vor – ein Angriff, von dem sich die Grenke-Aktie noch nicht erholt hat.

Einer der Dreh- und Angelpunkte von Perrings Theorie ist das Franchise-System des Unternehmens. Viele von diesen Franchise-Gesellschaften werden von ehemaligen Grenke-Mitarbeitern geleitet. Über dieses System würden entweder Luftbuchungen kaschiert oder Geld in großem Stil abgezweigt, so der Vorwurf.

Grenke wehrte sich mit allen Mitteln

Gegen die Anschuldigungen wehrt sich Wolfgang Grenke vehement. Auch weisen der Manager, Unternehmensvorstand und Aufsichtsrat sämtliche Vorwürfe von Viceroy bis heute als haltlos zurück. Der Leasingspezialist hat inzwischen einiges unternommen, um die Beschuldigungen zu entkräften.

Ein Sondergutachten, mit dem Grenke den Wirtschaftsprüfer KPMG beauftragte, hat inzwischen den Vorwurf der zu hoch ausgewiesenen liquiden Mittel klar aus dem Weg geräumt. Zudem wurde die Gesellschaft Warth & Klein Grant Thornton mit der Überprüfung der Franchise-Geschäfte und deren Übernahmen beauftragt. Ein offizielles Testat von den Prüfern gibt es hierzu mit Ausnahme der Kontobestände aber noch nicht. Wann ein endgültiges Ergebnis folgt, ist offen.

Auch von der Marktaufsicht Bafin, die ebenfalls ermittelt, gibt es noch nichts Neues. Dort laufen inzwischen mehrere Untersuchungen, unter anderem wegen möglicher Marktmanipulation.

Neue Anschuldigungen

Fraser Perring gibt sich so schnell jedoch nicht geschlagen. Der Shortseller veröffentlichte in den vergangenen Wochen weitere Dokumente mit Anschuldigungen - eines davon überschrieben mit "Grenke - Geschäftsanomalien entdeckt". Dabei prangert er auch weiterhin Wolfgang Grenke als einen der im "Schatten lauernden" Nutznießer des Franchise-Systems an.

Konzern reagiert mit Neuorganisation

Der Konzern hat inzwischen auf einige von Perrings Vorwürfen mit einer geplanten Neuorganisation reagiert: Das von Viceroy heftig attackierte System soll beendet und die verblieben Franchise-Unternehmen zügig integriert werden. Der Unternehmensgründer hat zudem angeboten, seine Beteiligungen an den Franchise-Firmen an den Grenke-Konzern zu veräußern. Perrings Vorwurf mangelnder Kontrollmechanismen konterte der Konzern ebenfalls – etwa mit der Erweiterung im Vorstand um einen Chief Risk Officer (CRO).

Grenke-Aktie noch nicht erholt

Nach der Shortseller-Attacke lecken die Anleger noch immer ihre Wunden. Der Kurs der Grenke-Aktie +1,35% war nach dem Angriff Mitte September binnen dreier Tage auf weniger als die Hälfte abgestürzt. Dass sich die Aktie bis heute nicht vom Angriff berappelt hat, spiegelt die Skepsis am Markt wider. Derzeit notiert das Papier bei 37,60 Euro Euro und damit noch rund 30 Prozent unter dem, was die Aktie vor der Attacke gekostet hatte.

Dennoch haben positive Analystenstimmen in den vergangenen Wochen durchaus zu einer Kursbelebung beigetragen. Zuletzt hatte die Kaufempfehlung von Oddo für etwas Auftrieb gesorgt. Auch, dass das Unternehmen aus den Vorwürfen direkt Konsequenzen gezogen hat, hat der Aktie auf die Beine geholfen. Noch stärker war es nach den ersten entlastenden Zwischenergebnissen der Prüfer aufwärtsgegangen. Einige Anleger dürften nun die weiteren Ergebnisse der Prüfer abwarten.

Mit Material von dpaAFX.
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