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HeidelbergCement: Quartalszahlen in der Krise

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Alle spüren die Corona-Krise – auch HeidelbergCement. Zwar konnte der Baustoffhersteller im ersten Quartal noch besser als erwartete Zahlen liefern, doch der Ausblick auf 2020 bleibt ungewiss.

Im ersten Quartal ging der Umsatz im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 3,93 Milliarden Euro zurück. HeidelbergCement begründete dies neben einem geringeren Absatz vor allem mit einem Rückgang im Handelsgeschäft.

Bis Mitte März war die weltweite Bautätigkeit von den Auswirkungen der Corona-Pandemie nur wenig beeinträchtigt, so konnte HeidelbergCement das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr sogar noch steigern, sagte Konzernchef Dominik von Achten. Das bereinigte EBITDA legte im ersten Quartal um drei Prozent auf 405 Millionen Euro zu. Damit Schnitt das Unternehmen deutlich besser ab als erwartet.

Düstere Prognose fürs laufende Jahr

Für das laufende Jahr sieht es dagegen etwas düsterer aus. HeidelbergCement rechnet wegen der Produktionsstopps in vielen Ländern mit negativen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. Ursprünglich wollte HeidelbergCement 2020 Umsatz und operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern. Bereits im März zog der DAX-Konzern seine Ziele für 2020 zurück – eine neue Prognose gab es nicht.

Die Entwicklung im zweiten Halbjahr werde ein entscheidender Indikator sein, wie schnell und nachhaltig sich die Bauwirtschaft wieder auf das Vorkrisenniveau erholt, hieß es seitens der Geschäftsführung. HeidelbergCement dürfte in einzelnen Kernmärkten mittelfristig von Infrastruktur- und sonstigen Konjunkturprogrammen von Regierungen profitieren.

Sparmaßnahmen sollen für Liquidität sorgen

HeidelbergCement hat wegen der Corona-Krise Ende Februar ein neues Sparprogramm aufgesetzt. Etwa mit weniger Personalaufwendungen, freiwilligen Gehaltskürzungen des Managements, Beschränkungen von Investitionen sowie geringerer Steuerzahlungen will das Unternehmen die Ausgaben um eine Milliarde Euro senken. Aktuell verfüge HeidelbergCement über liquide Mittel in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro, sagte Finanzchef Lorenz Näger laut Mitteilung.

Zudem will HeidelbergCement deutlich weniger an die Aktionäre ausschütten. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung, die am 4. Juni online stattfinden soll, eine Dividende von 60 Cent je Aktie für 2019 vorschlagen. Ursprünglich lag der Vorschlag bei 2,20 Euro. Damit blieben HeidelbergCement 317 Millionen Euro mehr an Barmittel. Sobald die Corona-Krise überwunden ist, will das Unternehmen wieder zu der bisherigen Dividendenpolitik zurückkehren.

Das macht die Aktie von HeidelbergCement

"HeidelbergCement hatte ein überraschend gutes Quartal", schrieb Analyst Robert Gardiner. Dabei verwies er darauf, dass ein besser als erwartetes Preisumfeld und geringere Kosten einen Teil der sinkenden Volumina hätten ausgleichen können.

Bei den Anlegern von HeidelbergCement +0,88% ist diese Überraschung jedoch nicht zu spüren – wohl auch, weil die Zahlen den allgemein etwas besser als erwarteten Entwicklungen im Bausektor entsprochen haben. Was bleibt ist die Unsicherheit: Die DAX-Aktie notierte daher leicht mit 0,1 Prozent im Minus bei 41,65 Euro.

Mit Material von dpaAFX.
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