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HelloFresh: Ab Herbst im DAX?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die coronabedingte sehr hohe Nachfrage nach seinen Produkten hat dem Kochboxenversender HelloFresh 2020 ein Rekordjahr beschert. Dabei erfüllte das Berliner Unternehmen seine eigenen Ziele und übertraf die Erwartungen von Analysten. Und auch im laufenden Jahr soll es weiter bergauf gehen, wenn auch deutlich moderater als in den vergangenen zwölf Monaten. 

Im vergangenen Jahr habe sich der Umsatz auf 3,75 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte das MDax-Unternehmen +1,01% am Dienstag mit. Dabei macht nach wie vor das Geschäft in den USA über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Die anderen Märkte werden gemeinsam als internationales Segment gelistet. 

Besonders stark war die Entwicklung des von Analysten stark beobachteten bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), Diese betrug im Corona-Jahr 505 Millionen Euro und damit mehr als zehn Mal so viel wie 2019. Die entsprechende Marge stieg auf 13,5 Prozent und entsprach damit dem oberen Ende der Unternehmensprognose.

Hellofresh schaffte im vergangenen Jahr auch unter dem Strich den Sprung in die Gewinnzone: Nach einem Verlust von rund sieben Millionen Euro im Vorjahr erzielte der Konzern nun ein Ergebnis von 351 Millionen Euro.

Starker Ausblick

Auch ungeachtet der Krise setzt Konzernchef Richter auf den langfristigen Erfolg seines Unternehmens: "Während die Pandemie im Laufe des Jahres hoffentlich abklingen wird, rechnen wir fest damit, dass Verbraucher auch weiterhin auf E-Commerce-Lösungen setzen werden, um Lebensmittel einzukaufen." Mahlzeiten zu Hause zuzubereiten und zu essen, hätte in 2020 eine neue Bedeutung bekommen.

Und dennoch macht sich der Vorstand keine Illusionen angesichts der unverhältnismäßig starken Entwicklung der vergangenen zwölf Monate: Das Wachstum dürfte deutlich zurückgehen und auch die Marge werde im laufenden Jahr nicht mehr so hoch ausfallen. Das Unternehmen bestätigte bei der Vorlage der 2020er-Zahlen seine Mitte Dezember abgegebene Prognose.

So soll der Umsatz 2021 währungsbereinigt nur noch um 20 bis 25 Prozent zulegen und damit deutlich weniger als im Corona-Jahr, als das Wachstum bei 111 Prozent gelegen hatte. Zudem soll die Marge des bereinigten Ebitda zwischen 9 bis 12 Prozent betragen und damit unter dem 2020er-Wert liegen. In den Kennziffern sei der Zukauf von Factor75 bereits enthalten. Neben den vorportionierten Lebensmitteln samt Rezepten zum Kochen will HelloFresh über Factor75 verzehrfertige Gerichte anbieten.

Dax-Aufstieg in Aussicht

Mit einem zweiten operativen Gewinn in Folge hat das Unternehmen die formelle Voraussetzung für einen Aufstieg in den Dax geschafft. Bei der in dieser Woche anstehenden Entscheidung über die Neubesetzung der Indizes wird die Deutsche Börse das aber wohl nicht mehr berücksichtigen, da die Zahlen nicht mehr im Februar vorgelegt wurden. Dies ist Grundlage ihrer Überprüfungen. Aber mit einem Börsenwert von derzeit knapp zwölf Milliarden Euro hat HelloFresh gute Chancen im Herbst in den deutschen Leitindex aufzusteigen, wenn dieser von 30 auf 40 Mitglieder aufgestockt wird.

Das macht die Aktie von HelloFresh

Die Zahlen wurden an der Börse positiv zunächst aufgenommen. So legte die HelloFresh-Aktie im vorbörslichen Handel zeitweise rund vier Prozent zu, driftete dann jedoch deutlich ins Minus ab. Zuletzt notierten die Papiere rund 4,8 Prozent tiefer bei 64,15 Euro. Dennoch zählt HelloFresh am Finanzmarkt mit einem Plus von mehr als 200 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten zu den großen Gewinnern am Finanzmarkt. 

Sechs-Monats-Chart HelloFesh (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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