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Henkel: Gute Strategie – doch am Ausblick ist was faul

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach einem Gewinnrückgang 2019 startet Henkel das laufende Jahr mit einer neuen Strategie. Die Prognose für 2020 wird zudem bekräftigt – ist jedoch mit einem großen Fragezeichen versehen.

Nach Gewinnrückgang 2019 – Henkel mit neuer Strategie

"Zuletzt lag unsere Entwicklung insgesamt unter unseren Ambitionen und den Erwartungen unserer Aktionäre", räumte der neue Henkel-Chef Carsten Knobel am Donnerstag ein. Er sei überzeugt, dass Henkel dies in Zukunft besser machen könne und werde. Dazu solle auch das Markenportfolio überarbeitet werden.

Insgesamt hat das Management Produkte mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro identifiziert, die als problematisch gelten. Rund die Hälfte davon soll bis 2021 verkauft oder eingestellt werden, erklärte der Manager. Der Rest solle wieder auf Vordermann gebracht werden.

Zudem will Henkel die Investitionen erhöhen, um wieder zu Wachstum zurückzukehren. Verglichen mit 2018 will Henkel die Ausgaben für Werbung, Digitalisierung und IT um 350 Millionen Euro erhöhen. Außerdem will der Konzern nachhaltiger werden und bis 2025 den Kohlendioxid-Fußabdruck seiner Produktion um 65 Prozent reduzieren.

Prognose 2020 bleibt mit großem Fragezeichen versehen

Die Wachstumsaussichten für die kommenden Jahre bekräftigte Henkel. So will das Unternehmen mittel- bis langfristig den Umsatz organisch um zwei bis vier Prozent steigern. Dabei sieht Knobel das Wachstum eher am oberen Ende der Spanne. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Ab welchem Jahr das Gewinnplus erreicht werden kann, wollte der Manager nicht sagen.

2020 wird jedoch wieder ein Übergangsjahr. Seine Mitte Dezember abgegebene Prognose bekräftigte das Management vorerst. Das Management geht wegen der Investitionen sowie eines schwächeren konjunkturellen Umfelds vor allem im Klebstoffgeschäft von einer weiteren Belastung der Ergebnisse aus.

Die bereinigte Umsatzrendite dürfte in diesem Jahr von 16 auf rund 15 Prozent sinken. Beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie erwartet Henkel bei konstanten Wechselkursen einen Rückgang um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert im Vergleich zu 5,43 Euro 2019. Das Umsatzwachstum aus eigener Kraft soll bei 0 bis 2 Prozent liegen.

Allerdings steht diese Prognose unter einem gewissen Vorbehalt. Denn noch ist offen, wie sich die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus niederschlagen werden. Das erste Quartal dürfte jedoch "signifikant" belastet werden. So rechnet der Konzern bislang mit Umsatzeinbußen von etwa 100 Millionen Euro. Weiter wollte sich Henkel nicht äußern, die Situation sei derzeit schwer vorhersehbar.

Das macht die Aktie

Die Henkel-Aktie +0,96% verlor am Donnerstag gegen Mittag in einem schwachen Marktumfeld gut 4 Prozent. Der Ausblick werfe mehr Fragen auf, als er Antworten angesichts des wichtigen Chinageschäfts gebe, schrieb Analystin Molly Wylenzek vom Analysehaus Jefferies in einer ersten Einschätzung. 2020 dürfte schwierig für Henkel werden.

Es bleibt abzuwarten, ob die Henkel-Aktie die Unterstützungszone zwischen 81 und 83 Euro nun unterschreitet. Heute gehört das Papier jedenfalls zu den schwächsten Werten im DAX und setzt damit seinen rasanten Abwärtstrend der vergangenen Tage fort.

Mit Material von dpaAFX.
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