DAX®12.469,20-1,09%TecDAX®3.015,51+0,14%S&P 500 I3.298,78+1,62%Nasdaq 10011.151,13+2,34%
finanztreff.de

Historisch! Shell kappt Dividende

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Shell kappt seine Dividende. Ein historischer Schritt, denn es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass der Öl- und Gasmulti seine Dividende reduziert.

Nachdem der Gewinn im ersten Jahresviertel wegen der Corona-Pandemie und der Ölpreiskrise eingebrochen war, sollen die Aktionäre nun noch eine Quartalsdividende von 0,16 US-Dollar pro Aktie erhalten, teilte Shell am Donnerstag mit. Im Vorjahr hatte Shell für das erste Quartal noch 0,47 Dollar je Aktie ausgezahlt.

"Die Aktionärsbeteiligung ist ein fundamentaler Bestandteil von Shells Finanzkonzept", sagte Verwaltungsratschef Chad Holliday. "Mit Blick auf eine möglicherweise länger andauernde Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit, schwächerer Rohstoffpreise, einer höheren Volatilität und einer unklaren Entwicklung der Nachfrage, erachtet der Verwaltungsrat eine Beibehaltung der derzeitigen Ausschüttungshöhe als nicht vernünftig."

Zuletzt wollte Shell den negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und dem Ölpreisverfall noch mit Maßnahmen begegnen, die vornehmlich bei den Kosten im operativen Geschäft ansetzten. Diese sollten in den kommenden 12 Monaten im Vergleich zu 2019 um 3 bis 4 Milliarden Dollar sinken, zudem sollen die Investitionen drastisch reduziert werden. Daneben hatte der Konzern auch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt und sich eine neue Kreditlinie in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar gesichert.

Gewinn bricht ein

Im ersten Quartal brach der um Sondereffekte bereinigte Gewinn von Shell im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 2,86 Milliarden US-Dollar (2,63 Milliarden Euro) ein. Analysten hatten sogar mit einem noch drastischeren Rückgang gerechnet. Unter dem Strich machte der Konzern sogar einen auf die Aktionäre entfallenden Verlust von 24 Millionen Dollar. Hier hatte Shell ein Jahr zuvor noch 6 Milliarden Dollar Überschuss erzielt.

Ungewöhnliche Situation verlang ungewöhnliche Maßnahme

Vergangene Woche hatte sich am Ölmarkt Historisches zugetragen. Erstmals war der Preis für einen Terminkontrakt auf Erdöl in den negativen Bereich gefallen, Anbieter zahlten Käufern Geld für die Abnahme. Das Ereignis ist Folge eines beispiellosen Nachfrageeinbruchs wegen der Corona-Krise und eines viel zu hohen Rohölangebots bei immer knapperer gloabler Lagerkapazität.

Vorstandschef Ben van Beurden sprach von "extrem herausfordernden Bedingungen". Shell werde daher "möglicherweise Maßnahmen ergreifen müssen, um die Öl- und Gasproduktion zu beschränken oder zu kürzen". Diese und weitere Maßnahmen würden sich dann "wahrscheinlich negativ auf die operativen und finanziellen Kennziffern auswirken".

Das macht die Aktie von Shell

Die Dividendenkürzung belastet am Donnerstag die Aktie von Royal Dutch Shell deutlich – zuletzt ging es 6,4 Prozent nach unten auf 16,18 Euro. Viele Anleger, die trotz der dramatischen Marktsituation aufgrund der Dividende an den Aktien festgehalten haben, dürften nun dem Ölkonzern den Rücken gekehrt haben.

Mit Material von dpaAFX.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 40 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen