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Inflationsangst treibt deutsche Anleger ins Gold

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

In Deutschland kratzt die Inflationsrate erstmals seit 28 Jahren an der Vier-Prozent-Marke. Ökonomen halten noch einen weiteren Anstieg der Inflation im Verlauf des Jahres für möglich, bewerten die wachsende Teuerung aber nach wie vor als ein vorübergehendes Phänomen. Deutschlands Anleger – traditionell in Europa große Fans von Gold – haben im ersten Halbjahr soviel Gold-Münzen und -Barren gekauft wie seit gut zehn Jahren nicht mehr. Das unverzinste Gold gilt als eine Art Inflationsschutz.

Neue Daten des World Gold Council (WGC) zeigen: Die Nachfrage nach physischem Gold ist im ersten Halbjahr in Deutschland gegenüber den vorangegangenen sechs Monaten um 35 Prozent gestiegen. Die Bundesbürger kauften mehr als 90 Tonnen Gold in Barren und Münzen. Im Rest der Welt betrug der Anstieg lediglich 20 Prozent.

“Inflationsangst steckt in unserer DNA, und jetzt nimmt das Inflationsrisiko zu”, sagte Raphael Scherer, Geschäftsführer des Händlers Philoro Edelmetalle GmbH, im Interview mit Bloomberg News. “Die Aussichten für Edelmetalle sind sehr positiv.” Gegenüber dem bereits starken Jahr 2020 ist der Gold-Absatz bei Philoro noch einmal um ein Viertel gestiegen.

Die deutsche Liebe zum Gold geht nicht zuletzt auf die Hyperinflation des Jahres 1923 in der Weimarer Republik zurück. Von den damaligen schwindelerregenden Inflationsraten ist die heutige Teuerung zwar weit entfernt. Doch brachte die Öffnung der Wirtschaft nach den Lockdowns zuletzt Preisanstiege wie seit 2009 nicht mehr. Hinzu kommen die Negativzinsen für Bargeld, die nicht zinstragende Vermögenswerte wie Gold ebenfalls attraktiv machen, so Scherer.

Dennoch sind die Goldpreise seit Anfang Juni um fast sieben Prozent gefallen. Insbesondere Profianleger in den USA halten sich aktuell mit Edelmetall-Investments zurück. Viele Investoren rechnen damit, dass die US-Notenbank Fed schon bald den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorbereitet. Das dürfte dem Goldpreis einen nachhaltigen Anstieg erschweren. Die Fed-Maßnahmen hatten dazu beigetragen, das Edelmetall im Jahr 2020 auf ein neues Rekordhoch jenseits der 2.000-Dollar-Marke zu pushen.

Am Montag-Nachmittag notierte eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) am Terminmarkt bei 1.810 Dollar (beziehungsweise 1.535 Euro). Derzeit kämpft der Goldpreis +0,01% an seiner 200-Tage-Linie, die bei 1.809 Dollar verläuft.

Goldpreis in US-Dollar seit Anfang 2020
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