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Jahres-Tops und -Flops in DAX und Co: Wirecard, K+S und Varta ragen heraus

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 7 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der deutsche Leitindex DAX hat das außergewöhnlich gute Börsenjahr 2019 mit einem Plus von 25,5 Prozent bei 13.249 Punkten beendet. Bis zu seinem alten Rekordhoch von 13.596 Punkten aus dem Januar 2018 fehlen damit nur noch gut zweieinhalb Prozent.

Für den Index der mittelgroßen Unternehmen MDAX -0,93% endete das von niedrigen Zinsen und der Hoffnung auf Fortschritte in den weltweiten Handelskonflikten geprägte Börsenjahr sogar mit einem Plus von 31,1 Prozent auf 28.312 Punkte. In der Weihnachtswoche hatte der Index neue Rekordhöhen markiert.

Der SDAX -1,62% hat 2019 mit einem Gewinn von 31,6 Prozent abgeschlossen und damit sogar noch einen Schnaps besser als der MDAX. Ein neues Rekordhoch blieb dem SDAX allerdings bis auf gut 150 Zähler verwehrt. Im Folgenden werden die größten Gewinner und Verlierer unter den Aktien aufgelistet, die im HDAX (DAX, MDAX und SDAX) zusammengefasst sind.

Die besten DAX-Aktien des Jahres

1. MTU +60,7 Prozent - Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines -5,37% ist einer der großen Profiteure des weltweiten Luftfahrtbooms. Umsatz und Gewinn legen seit Jahren konstant zu, die Aussichten sind rosig. Eine Kombination, die die Börse honoriert. Das Sahnehäubchen war im September der Aufstieg in den deutschen Leitindex DAX -1,65%. Positiv aus Anlegersicht ist aktuell auch, dass MTU mit den Antrieben von Boeings -6,39% modernisiertem Mittelstreckenjet 737 Max, für den nach zwei tödlichen Abstürzen ein praktisch weltweites Flugverbot gilt, nichts am Hut hat.

2. Adidas +58,9 Prozent - Wie schon im schwachen DAX-Jahr 2018 schafften die Papiere des Sportartikelherstellers auch 2019 den Sprung unter die Top 3 im Leitindex. Das Kursplus wurde aber vor allem in der ersten Jahreshälfte eingefahren. Seither traten die Adidas-Papiere -0,96% unter dem Strich nahezu auf der Stelle. So hatte der Jahresausblick der Herzogenauracher im August Investoren und Analysten angesichts bereits sehr hoher Erwartungen nicht mehr so recht überzeugt. Im dritten Quartal aber kehrte Adidas in Europa auf den Wachstumspfad zurück, nachdem in der Vergangenheit Europa angesichts guter Geschäfte in den USA und China etwas vernachlässigt worden war. Zuletzt lieferten dann noch positive Aussagen zum Weihnachtsgeschäft Rückenwind. Das Rekordhoch aus dem August von 296,75 Euro bleibt in Reichweite.

3. RWE +44,2 Prozent - Im Rennen um den dritten Platz lieferten sich RWE -0,73% und die Deutsche Post -2,93% (+42,2 Prozent) ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das letztendlich RWE mit einem kleinen Vorsprung für sich entschied. Die Essener wandeln sich vom Kohlekonzern zum Ökostromerzeuger. Zudem profitierte das Unternehmen im ablaufenden Jahr Energiehandel, der allerdings schwankungsanfällig ist. Und auch aus Großbritannien gab es zuletzt endlich positive Nachrichten: Denn nach der EU-Entscheidung zur Rechtmäßigkeit des Kapazitätsmarktes auf der Insel erwartet das Unternehmen nun Nachzahlungen.

Diese Aktien standen 2019 am DAX-Ende

28. Continental -4,5 Prozent - Der Autozulieferer und Reifenhersteller -3,66% knabbert schwer an der Branchenflaute und dem Wandel hin zur Elektromobilität. Weil das Unternehmen nicht damit rechnet, dass sich die Automobil-Produktion weltweit in den kommenden fünf Jahren wesentlich erholt, verbuchte Continental im Herbst eine Wertminderung in Milliardenhöhe. Insgesamt ist Conti aber dabei sich neu aufzustellen. Die Hannoveraner wollen flexibler werden. Der Fokus soll stärker auf Software-Diensten und Technologie liegen und weniger auf Teilen rund um den Verbrennungsmotor.

29. Deutsche Lufthansa -16,7 Prozent - Die Lufthansa -5,53% kann ihre Vormacht unter Europas Airlines nicht für einen richtigen Höhenflug nutzen. Der Gewinn schmilzt dahin, der Hoffnungsträger Eurowings schreibt rote Zahlen. Gerade erst verordnete Vorstandschef Carsten Spohr mehreren Konzerntöchtern neue Sparprogramme. Außerdem sorgt zum Jahresende die Kabinengewerkschaft Ufo wieder einmal mit Streiks für Ärger.

30. Wirecard -19,1 Prozent - Die Verunsicherung der Anleger nach den Wirren um Bilanzierungsprobleme einer Konzerntochter in Singapur aus dem Frühjahr und immer neue kritische Berichte der Financial Times zu Bilanzierungspraktiken haben den Wirecard-Aktien +0,30% 2019 arg zugesetzt. Kein DAX-Wert performte schlechter. Das Unternehmen sieht sich selbst im Visier von Spekulanten, die mit sinkenden Aktienkursen Geld verdienen wollen. So gab Wirecard eine Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG in Auftrag, um frische Vorwürfe der britischen Zeitung zu widerlegen. Im Tagesgeschäft hinterließ das bisher keine Spuren und Wirecard kündigte zuletzt viele weitere Kooperationen mit Händlern an. Gleichwohl dürfte für eine nachhaltige Kurserholung der Bericht der Wirtschaftsprüfer von KPMG entscheidend werden.

12-Monats-Chart DAX


Die größten MDAX-Gewinner des Jahres

1. Varta +387,9 Prozent - Der Batterie-Hersteller hat mit seiner Fast-Verfünffachung den Vogel abgeschossen. Erst kurz vor dem Jahresende stieg die Varta-Aktie -2,23% vom SDAX in den MDAX auf. Eine stark steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen trieb den Kurs raketenhaft nach oben. Sie werden in Hightech-Produkten für den Endverbraucher eingesetzt, vor allem in den immer beliebteren kabellosen Kopfhörern.

2. Delivery Hero +117,1 Prozent - Im Sommer zündete ein höheres Umsatzziel des Essenslieferanten für 2019 ein Kursfeuerwerk. Vor allem in der Region Naher Osten und Nordafrika erfreuen sich Essensbestellungen immer größerer Beliebtheit. Im September schraubte Delivery Hero -1,23% die Umsatzprognose nochmals nach oben.

3. Zalando +101,3 Prozent -  Der Online-Modehändler hat Dialog Semiconductor (gut 100 Prozent) knapp geschlagen. Zalando konnte nicht nur in der "Cyber-Week" überzeugen, sondern erhält auch viel Lob für seine Plattformstrategie. Die Experten der Baader Bank sehen in Zalando +1,40% auch eine der aussichtsreichsten Aktien aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) für das kommende Jahr. Beim Chip-Entwickler Dialog läuft es nicht nur dank der Emanzipierung vom Großkunden Apple -1,54% rund, und die erst seit dem Frühjahr im MDAX enthaltenen Papiere kletterten Anfang Dezember auf ein Rekordhoch.

Größte MDAX-Flops in 2019

58. United Internet -23,4 Prozent - Überraschend hohe Kosten für die Tochter 1&1 Drillisch (s.u.) bei der Auktion von 5G-Mobilfunk-Lizenzen lasteten auf den Aktien von United Internet -0,43%. Im Sommer halbierte das Unternehmen zudem das Wachstumsziel für den Umsatz. Im Oktober drückte ein nachteiliger Schiedsspruch in einem Streit zwischen 1&1 Drillisch und Telefonica Deutschland auch den Kurs von United Internet. Und bei der Dividende müssen die Anleger deutlich kleinere Brötchen backen.

59. Telefonica Deutschland -24,4 Prozent - Die Mammut-Auktion von 5G-Mobilfunk-Lizenzen verhagelte auch den Aktionären des Bieters Telefonica Deutschland -2,81% die Laune. Hohe Investitionen in den Netzausbau gehen zu Lasten der Dividende. Mitte August rutschten die Papiere auf ein historisches Tief, von dem sie sich danach nur wenig erholen konnten.

60. K+S -29,3 Prozent - Eine schwache Düngernachfrage macht K+S -3,46% immer mehr zu schaffen. Im September kündigten die Kasseler eine Drosselung der Kaliproduktion an. Im November trat Konzernchef Burkhard Lohr dann nochmals auf die Bremse. Die Aktionäre befürchteten derweil angesichts hoher Schulden eine Kapitalerhöhung. Der Konzern erwägt nun, Unternehmensteile zumindest anteilig zu versilbern.

12-Monats-Chart MDAX

2019er-Tops im SDAX

1. Eckert & Ziegler  +208,9 Prozent - Im Juni schaffte die E&Z-Aktie -0,07% im zweiten Anlauf den Sprung in den Index für Nebenwerte. Der Strahlen- und Medizintechnik-Konzern profitiert von einer steigenden Nachfrage nach Krebs-Therapien. Zusätzliches Wachstumspotenzial birgt eine Kooperation in China.

2. HelloFresh  +205,4 Prozent - Der Kochboxen-Versender HelloFresh -0,70% schaffte im Jahresverlauf den Sprung in die Profitabilität und schraubte zudem die Umsatzprognose nach oben. Die Nachfrage nach Koch-Paketen mit vorbereiteten Zutaten und Rezepten steigt kräftig, auch außerhalb Deutschlands.

3. Hypoport  +112,6 Prozent - Mit seinen Online-Portalen für die Immobilien-, Finanz- und Versicherungsindustrie profitiert Hypoport -1,84% stark vom digitalen Wandel. Seit Mitte Oktober eilten die Papiere von einem Rekordhoch zum nächsten, Analysten kamen mit dem Erhöhen ihrer Kursziele kaum nach.

Die magersten SDAX-Performer des Jahres

68. SAF-Holland  -33,9 Prozent - Der wirtschaftliche Rahmen für die Lkw- und Trailer-Branche wurde im Verlauf des Jahres immer schwieriger. Der Nutzfahrzeugspezialist musste seine die Ziele kürzen. Eine solide Lkw-Konjunktur in Amerika konnte die Probleme von SAF-Holland -0,18% in China, Indien und Europa nicht mehr ausreichend kompensieren.

69. 1&1 Drillisch  -48,6 Prozent - Die Auktion von 5G-Mobilfunk-Frequenzen zur Jahresmitte wurde für die Bieter unerwartet kostspielig. Der Neueinsteiger 1&1 Drillisch -2,13% erwies sich als zahlungsfreudiger Mitbieter. Wegen der Investitionen müssen die Aktionäre vorerst mit einer deutlichen Dividenden-Kürzung leben. Im Oktober belastete zudem ein nachteiliger Schiedsspruch in einem Streit mit der Branchengröße Telefonica Deutschland -2,81% den Drillisch-Kurs schwer.

70. Leoni  -65,8 Prozent - Tiefrote Geschäftszahlen durchzogen das Jahr für den Kabel- und Bordnetzspezialisten Leoni -2,91%. Das traditionsreiche Unternehmen bekam die anhaltende Schwäche der Automärkte schwer zu spüren, zudem machen sich hohe Umbaukosten bemerkbar. (Mit Material von dpa-AFX)

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