DAX®15.531,75-0,72%TecDAX®3.901,55-1,27%Dow Jones 3034.798,00+0,10%Nasdaq 10015.329,68+0,09%
finanztreff.de

Knorr-Bremse: Hella-Rückzieher erfreut die Anleger

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Lkw- und Zugbremsen-Hersteller Knorr-Bremse hat sich gegen eine Mehrheitsübernahme des Autozulieferers Hella entschieden. Nach der eingehenden Prüfung von Produkten und Technologien kam das Management der Münchener zur Überzeugung, dass die erzielbaren Vorteile eines Zukaufs nicht ausreichten, wie es am Mittwochabend von Knorr-Bremse hieß.

Erst Ende Juni hatte das Management ein "grundsätzliches Interesse am möglichen Erwerb von rund 60 Prozent der Aktien der Hella GmbH & Co. KGaA von Mitgliedern der Gründerfamilie" bestätigt.

Mehrwert nicht ausreichend 

Das Management von Knorr-Bremse lenkte nun ein. Eine Übernahme würde nicht hinreichend zusätzlichen Wert für die Aktionäre schaffen, sagte Konzernchef Jan Mrosik laut Mitteilung. Grundsätzlich sei das Unternehmen offen für Zukäufe, "allerdings haben sich für uns Chancen für einen möglichen Transfer von Kompetenzen speziell in den Nutzfahrzeugbereich nicht in ausreichendem Maße bestätigt", erklärte der Manager mit Blick auf Hella.

Das sagen die Analysten 

Analysten hatten sich deutlich skeptisch zu einem Hella-Deal geäußert. Metzler-Experte Stephan Bauer begrüßte denn auch in einer Reaktion am Donnerstag das abgeblasene Vorhaben. Im Fall einer Übernahme wäre wegen des gesunkenen Aktienkurses von Knorr-Bremse eine größere Kapitalerhöhung notwendig gewesen, begründete er seine Sicht. Die unterschiedlichen Endmärkte der Unternehmen hätten seiner Meinung nach das Geschäftsmodell von Knorr-Bremse auch anfälliger für Schwankungen gemacht.

Weitere Interessenten für Hella

Die Übernahmefantasie bei Hella ist jedoch noch nicht vom Tisch. Im Mai hatte das Manager Magazin berichtet, dass es bei einem möglichen Verkauf des Anteils der Industriellenfamilie Hueck schnell gehen könnte. Der 71-jährige Jürgen Behrend, der den Autozulieferer lange geführt hatte und seit einigen Jahren im Gesellschafterausschuss sitzt, drücke aufs Tempo, hieß es unter Berufung auf das Unternehmensumfeld. Interessenten gebe es einige, wie etwa die Finanzinvestoren Advent und Bain Capital, die als Team antreten würden, sowie CVC und Blackstone.

Das machen die Aktien von Hella und Knorr-Bremse 

Nachdem den Anlegern die geplante Übernahme argwöhnisch beäugt hatten, war die Euphorie über das Scheitern des Deals umso größer: Der Knorr-Bremse-Aktienkurs -2,66% kletterte zuletzt um mehr als acht Prozent auf 97,74 Euro, in der Spitze war es zuvor bis auf 99,48 Euro nach oben gegangen. Mit dem Kursplus liegen die Titel aber weiter deutlich unter dem Niveau von mehr als 110 Euro, das die Papiere noch vor der Interessensbekundung an Hella erreicht hatten. Damals ging es für die Papiere um rund ein fünftel nach unten. 

Die Hella-Aktien -0,03% verloren am Donnerstag hingegen gut zwei Prozent auf 56,64 Euro. Damit bewegten sie sich weiterhin in Sichtweite ihres Rekordhochs von 61,90 Euro, auf das die Papiere Ende Juni infolge des Interesses von Knorr-Bremse gestiegen waren.

Sechs-Monats-Chart Knorr-Bremse (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
Schlagworte:
, , , , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 39 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen