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Knorr-Bremse: Mehr Gewinn dank LKW-Boom

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Lkw- und Zugbremsen-Hersteller Knorr-Bremse ist dank der Erholung auf den Nutzfahrzeugmärkten gut ins Jahr gestartet. Dabei belasteten Lieferengpässe bei Halbleitern im ersten Quartal die Sparte mit Systemen für Lkw und Busse sogar noch. Vorstandschef Jan Mrosik will Umsatzeinbußen im Jahresverlauf aber weitgehend wieder aufholen. 

Knorr-Bremse profitiert aktuell davon, dass Hersteller von Lkw und Bussen wieder mehr bei dem Unternehmen bestellen. Die Branchengrößen Daimler -0,14% , Volvo und die VW-Tochter Traton +1,28% (MAN, Scania) hatten ihrerseits deutliche Anstiege bei den Bestellungen verzeichnet. Diese Entwicklung hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres begonnen und sich im ersten Quartal intensiviert. Die Märkte für Lkw und Busse waren in der Corona-Krise vergangenes Jahr nahezu komplett eingebrochen, Aufträge von Speditionen und Kommunen blieben wegen unsicherer Wirtschaftsaussichten zeitweise fast ganz aus.

Produktion auf Rekordniveau

Doch die Lage hat sich wieder gebessert. In China erreichte die Nutzfahrzeugproduktion im ersten Quartal laut dem Unternehmen ein neues Rekordniveau. Insgesamt zog der Umsatz von Knorr-Bremse im ersten Quartal um 3,9 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro an, wie das Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Ohne Wechselkursschwankungen und Zu- wie Verkäufe von Unternehmensteilen wäre das Plus mit 5,9 Prozent noch größer ausgefallen. Der Auftragseingang insgesamt nahm sogar um 13,3 Prozent zu auf 1,8 Milliarden Euro.

Zugsparte bremst

Dabei konnte Knorr-Bremse in der Sparte für Nutzfahrzeugbremsen und -teile ein Erlösplus von einem Fünftel verbuchen, während die Zugteilesparte beim Umsatz Einbußen von rund einem Zehntel erlitt. Weil in der Pandemie weniger Passagiere Züge nutzen, verzögerten die Betreiber auch die Überholung der Schienenfahrzeuge, was sich in einem geringeren Wartungsgeschäft vor allem in Asien und Nordamerika niederschlug. Das Ersatzteil- und Wartungsgeschäft in China sowie das Erstausrüstergeschäft in Indien sollten sich in den Folgequartalen aber bessern, hieß es vom Konzern. 

Deutliches Ergebniswachstum 

Vor allem beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schnitt das Unternehmen mit einem Anstieg von 10,4 Prozent auf 320,3 Millionen Euro besser ab als von Analysten erwartet. Unter dem Strich stand ein Gewinnzuwachs von einem knappen Viertel auf 176,3 Millionen Euro. 

Prognose bestätigen 

Den Ausblick bestätige Vorstandschef Mrosik. "Wir beobachten jedoch aufmerksam die weiter anhaltenden weltweiten Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie, zunehmende Engpässe bei der Versorgung mit Halbleitern und anderen kritischen Zulieferkomponenten sowie bei den weltweiten Logistiksystemen", sagte der Manager. 

Die Prognose setze voraus, dass es keine weiteren Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie gebe. Zudem sollten Umsatzeinbußen in der Nutzfahrzeugsparte aufgrund der aktuellen Lieferengpässe von Elektronikkomponenten der Chipindustrie im Jahresverlauf weitgehend kompensiert werden können, hieß es. Knorr-Bremse rechnet 2021 mit einem Umsatzanstieg auf 6,5 bis 6,9 Milliarden Euro, die operative Marge (Ebitda) soll zwischen 17,5 und 19 Prozent erreichen.

Das macht die Aktie von Knorr-Bremse

Die im MDAX +0,55% notierte Knorr-Bremse-Aktie +0,88% lag am Freitagmorgen rund 2,5 Prozent im Plus bei 106,00 Euro. Ein Händler wertete die Margen des Konzerns als gut, allerdings sei der Ausblick nur bestätigt worden. Das Papier hat vom Aufschwung an den Börsen und rund um Automobilwerte seit November nicht so recht profitieren können, schon seit Mitte Juli pendelt der Kurs zum größten Teil zwischen 100 und 110 Euro - die meist kurzen Gastspiele oberhalb der Marke waren bisher nicht nachhaltig. An der Börse ist der Konzern insgesamt aktuell rund knapp 17 Milliarden Euro wert.

Sechs-Monats-Chart Knorr-Bremse (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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