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K+S: Erleichterung nach Bafin-Skandal

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der K+S-Konzern betrachtet den von der Bafin erhobenen Verdacht zu niedriger und verspäteter Abschreibungen auf sein Düngergeschäft als entkräftet. Der Abschlussprüfer Deloitte habe den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 uneingeschränkt testiert, teilte der MDax-Konzern überraschend am Dienstagnachmittag mit. An der Börse zeigten sich die Anleger daraufhin erleichtert. 

Zudem falle die Sonderabschreibung auf Vermögenswerte mit 1,86 Milliarden Euro rund 140 Millionen Euro niedriger aus als im Herbst angekündigt. Im Herbst hatte K+S zwei Milliarden Euro in der operativen Einheit "Europe+" abgeschrieben. Als Gründe nannte der Konzern niedrigere Annahmen zur langfristigen Kalipreisentwicklung und höhere Annahmen zum Kapitalkostensatz. Betroffen waren die deutschen Kaliwerke und das neue kanadische Werk Bethune.

Im Februar gab der Konzern dann einen Verdacht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bekannt, demzufolge die Milliardenabschreibung eventuell zu niedrig gewesen und zu spät erfolgt sein könnte. Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) nimmt daher derzeit noch den Konzernabschluss 2019 sowie den Halbjahresabschluss 2020 unter die Lupe. Allerdings geht K+S weiterhin davon aus, die Anhaltspunkte für die Prüfung entkräften zu können. 

Eckdaten hinterlassen gemischte Gefühle

Da K+S 2020 nun weniger abschreiben muss als bislang gedacht, fällt auch der bereinigte Konzernverlust mit gut 1,8 Milliarden Euro ein wenig niedriger aus, als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. 

Der operative Gewinn - gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - fiel 2020 um fast ein Drittel auf knapp 445 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatten niedrigere Düngerpreise das Ergebnis belastet. Zuletzt haben sich die Preise allerdings deutlich erholt.

Im neuen Jahr 2021 sollen es nun 440 bis 540 Millionen Euro werden. Darin enthalten ist allerdings ein einmaliger Ertrag von 200 Millionen Euro aus der Gründung des Gemeinschaftsunternehmen Reks mit dem Recycler Remondis. Die Summe wird mit Abschluss der Transaktion im Sommer erwartet. So bündeln die Kasseler ihr Entsorgungsgeschäft mit dem der Remondis-Tochter Remex.

Nach Ansicht von Analyst Markus Mayer von der Baader Bank dürften die Anleger nach dem Bafin-Schock jetzt erst einmal erleichtert sein. Laut Mayer liegt die Mitte der Zielspanne bereinigt um diesen Sondereffekt unter der durchschnittlichen Markterwartung. Das operative Ergebnis im Schlussquartal 2020 sei hingegen besser ausgefallen als gedacht. Die vollständigen Jahreszahlen wird K+S am Donnerstag, 11. März, vorlegen.

Das macht die Aktie von K+S

Nachdem die K+S-Aktie am Dienstag zeitweise rund zwei Prozent auf 9,70 Euro nachgab, drehten die Papiere dank der Nachricht am späteren Nachmittag noch bis auf 6,3 Prozent ins Plus bei 10,30 Euro. Zuletzt stand an Plus von 1,6 Prozent bei 10,06 Euro auf den Anzeigetafeln der Börse Frankfurt.

Sechs-Monats-Chart K+S (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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