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Lanxess: Vorsichtiger Ausblick setzt Aktie unter Druck

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach einem Schlussspurt 2020 verspricht sich der Chemiekonzern Lanxess im neuen Jahr Rückenwind von der Erholung der Autobranche sowie weiter gut laufenden Geschäften mit Desinfektionsmitteln. Trotz der anhaltenden Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie soll sich das operative Ergebnis im besten Fall fast bis auf des Niveau des Vorkrisenjahres 2019 erholen, wie der Konzern am Donnerstag in Köln mitteilte.

Lanxess-Chef Matthias Zachert will das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten im Jahr 2021 auf 0,9 bis 1,0 Milliarden Euro steigern. Analysten haben aktuell im Mittel gut 960 Millionen auf dem Zettel. Im ersten Quartal soll mit angepeilten 200 bis 250 Millionen Euro vom Jahresziel bis zu einem Viertel eingefahren werden, hieß es weiter.

Konzernumbau dauert an 

Neben der Konjunkturerholung soll auch der Konzernumbau Früchte tragen. So verkauften die Kölner ihr Chromchemikalien-Geschäft und auch für das schon lange schwächelnde Geschäft mit Lederchemikalien wurde ein Käufer gefunden. Zudem brachte die Trennung von der Beteiligung am Chemieparkbetreiber Currenta Geld in die Kasse, das auch in den Ausbau von Wachstumsbereichen gesteckt wird.

Dabei liegt der Fokus des Managements aktuell auf der Sparte Consumer Protection rund um Materialschutz, Desinfektionsmittel, Wasseraufbereitung und Feinchemikalien für die Agrar- und Pharmaindustrie. 

Erst Mitte Februar griff Lanxess in den USA zu: Mit der umgerechnet rund 870 Millionen Euro teuren Übernahme von Emerald Kalama Chemical soll das Geschäft rund um Desinfektions- und Konservierungsmittel gestärkt werden. Hinzu kommen kleinere Akquisitionen wie die des französischen Herstellers von Spezialfungiziden für die Verpackungsindustrie, Intace und der geplante Kauf des französischen Herstellers von Desinfektions- und Hygienelösungen Theseo. 

Mit all diesen Schritten will Zachert den Konzern stärker auf die Spezialchemie ausrichten. Diese ist in der Regel profitabler und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch stabiler als das Geschäft mit Massenwaren. 

Dividende soll steigen

Im Jahr 2020 hinterließ die Corona-Krise dennoch auch bei Lanxess Spuren - vor allem im ersten Halbjahr. Die zum Jahresende hin wieder besser laufenden Geschäfte etwa mit der Autoindustrie konnten nicht verhindern, dass der Umsatz im Gesamtjahr um gut 10 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro fiel. Das operative Ergebnis sank um 15,4 Prozent auf 862 Millionen Euro. Das war etwas mehr operativer Gewinn als Analysten nach der Vorlage von Eckdaten im Januar erwartet hatten.

Unter dem Strich stand wegen des Verkaufs der Beteiligung am Chemieparkbetreiber Currenta ein Konzernergebnis von 885 Millionen Euro und damit mehr als vier mal so viel wie im Vorjahr. Die Dividende soll nun wie von Analysten in etwa erwartet um fünf Cent auf 1,00 Euro je Aktie angehoben werden.

Das macht die Aktie von Lanxess

Die zuletzt stark gelaufenen Aktien gaben am Morgen deutlich nach: Zeitweise notierten die Papiere rund 3,4 Prozent tiefer bei 64,88 Euro. Damit war Lanxess der größte Verlierer im MDAX. Der Ausblick erscheine angesichts der aktuell starken Nachfrage nach den Produkten des Konzerns ein wenig vorsichtig, erklärte Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Das sei allerdings nur auf den ersten Blick so. Denn: In den Markterwartungen dürfte - anders als im Unternehmensausblick - teilweise bereits die zuletzt angekündigte Übernahme von Emerald Kalama Chemical enthalten sein.

Sechs-Monats-Chart Lanxess (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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