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Leoni: Ist das Schlimmste überstanden?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni blickt nach einem von der Corona-Krise gebeutelten Jahr zuversichtlich nach vorne. Unternehmenschef Aldo Kamper sieht den Zulieferer auf einem guten Weg. "Wir werden weiter unsere Hausaufgaben machen, um Leoni Schritt für Schritt zurück auf Kurs zu bringen", betonte der Manager am Mittwoch.

Im vergangenen Jahr bekam Leoni die Pandemie trotz einer deutlichen Erholung im Schlussquartal zu spüren. Während der Umsatz um rund 15 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro absackte, schrieb der Konzern operativ einen weiteren Verlust. Das bereinigte Ebit lag bei minus 59 Millionen Euro und fiel damit zumindest etwas besser aus als ein Jahr zuvor, als ein Minus von 66 Millionen zu Buche stand.

Zwar schrieb Leoni auch unter dem Strich erneut tiefrote Zahlen, konnte den Fehlbetrag aber um rund ein Viertel auf 330 Millionen Euro verringern. Hier machten sich unter anderem der laufende Konzernumbau und Einsparungen bemerkbar. Allerdings belasteten auch hohe Wertberichtigungen und Verlustrückstellungen sowie Kosten zur geplanten Trennung von der Kabelsparte.

Konzernumbau schreitet voran 

Der Konzern will sich bekanntlich von der kleineren Draht- und Kabelsparte (WCS) trennen und sich künftig auf die zwar größere, zuletzt aber klar defizitäre Bordnetzsparte konzentrieren. Hier erwartet Leoni perspektivisch mehr Rendite.

Die Trennung von Teilbereichen der Kabelsparte schreite voran, hieß es nun. Derzeit werde vor allem ein Teilverkauf verfolgt, "da potenzielle Investoren wegen der vielfältigen Kompetenzen und Kunden der verschiedenen WCS-Einheiten mehr Interesse für einzelne Teilbereiche zeigen". Eine erste Einheit wurde mit der Leoni Schweiz AG im Februar verkauft. Aus Kampers Sicht ist der Markt mittlerweile wieder aufnahmefähiger für Transaktionen. "Wir werden es dennoch nicht überstürzen." Wegen der Pandemie war der Verkauf zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden. 

Bis Ende 2020 seien Maßnahmen umgesetzt worden, die ab 2022 Einsparungen von mehr als 550 Millionen Euro ermöglichen sollen, hieß es weiter. Was davon aber letztlich realisiert werden könne, hänge auch von der Geschäftsentwicklung ab. Um das Sparpotenzial vollständig zu realisieren, müsse die Nachfrage deutlich anziehen.

2021er-Ziele stehen unter Vorbehalt 

Für 2021 rechnet der Autozulieferer aus Franken mit einer Erholung der Nachfrage sowie einem Anstieg des Umsatzes im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Auch das um Sondereffekte und Umbaukosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) soll sich deutlich verbessern. In einer Telefonkonferenz räumte Kamper aber ein, dass Leoni ein positives Ergebnis 2021 voraussichtlich noch nicht schaffen dürfte. 

Die Prognose stehe zudem unter der Voraussetzung, dass die Pandemiefolgen im Jahresverlauf überwunden würden und es zu keinen wesentlichen negativen Auswirkungen durch Corona komme. "Covid-19 wird unsere Performance weiter belasten", sagte Kamper. 2020 sei ein kritisches Jahr "in einem äußerst schwierigen Umfeld" gewesen. Dennoch zeigten sich bereits jetzt deutlich positive Effekte des Umbau- und Effizienzprogramms. 

Das macht die Aktie von Leoni

Am Kapitalmarkt wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Leoni-Aktie legte im Nachmittagshandel um 2,6 Prozent zu, nachdem sie zur Mittagszeit sogar rund 13 Prozent im Plus gelegen hatte. Im laufenden Jahr hat sich der Wert der Papiere damit mehr als verdoppelt.

Sechs-Monats-Chart Leoni (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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