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Lufthansa: Analyst sagt "Verkaufen"

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ende Juni hatten die Analysten von Metzler die Lufthansa-Aktie von "Buy" auf "Hold" herabgestuft, am Dienstag folgt das nächste Downgrading. Die Metzler Bank empfiehlt die Fluggesellschaft nun zum Verkauf. Sorgen bereiten den Investoren derzeit die sogenannten Impfdurchbrüche, schrieb Metzler-Analyst Guido Hoymann. Dass diese kurz vor einer saisonal hohen Infektionsphase im Herbst und Winter auftreten, sei nicht gerade hilfreich für die Fluggesellschaft. Die ersehnte Rückkehr zu einer gewissen Normalität dürfte sich weiter verzögern. Er senkte Aktien von "Halten" auf "Verkaufen". 

Die Lufthansa stellt sich nach einer vergleichsweise guten Sommersaison angesichts steigender Covid-19-Infektionszahlen auf ein schwächeres Geschäft im Winter ein. "Auch wir bereiten uns natürlich, Stichwort vierte Welle, und mit dem, was jetzt jüngst auch wieder an neuen Zahlen auf uns zukommt, darauf vor, dass es noch mal ein langer kalter Winter wird für uns als Airline", sagte der Chef der Fluggesellschaft, Carsten Spohr, am Montagabend vor Journalisten.

Der Lufthansa-Konzern habe die Corona-Krise noch nicht überwunden. "Wir bereiten uns darauf vor, dass das noch mal ein langer, kalter Winter wird für uns als Airline", so der Vorstandschef. Die selbstgesteckten Ziele für das laufende Jahr sieht Spohr zwar nicht in Gefahr, ist aber deutlich pessimistischer als zuletzt, was die Öffnung wichtiger Fernflugmärkte anbelangt.

Keine Prognose für Nordamerika-Geschäft

Für den wichtigen Nordamerika-Markt traue er sich aktuell keine Prognose mehr zu, sagte Spohr. Noch zur Vorstellung der Halbjahreszahlen hatte er Ende September als konservativ geschätzten Termin genannt, zu dem geimpfte Europäer wieder in die USA einreisen könnten. China werde voraussichtlich nicht vor dem zweiten Quartal nächsten Jahres aufmachen, schätzt er nun.

"Der Weg zur Normalität wird für uns länger dauern als für viele andere", sagte Spohr mit Blick auf die bereits wieder sprudelnden Gewinne vieler DAX-Konzerne -0,33%. Lufthansa sei schon froh, wieder bei 50 Prozent des Geschäftsvolumens angekommen zu sein. Ziel bleibe es aber, als eine der Top-5-Airlines der Welt die Krise hinter sich zu lassen.

Der Multi-Airline-Konzern verpasst zudem die eigene Ankündigung, im September wieder "nahezu alle" Ziele anzubieten wie vor der Pandemie. Spohr nannte am Montag die Zahl von 280 Destinationen, die man wieder anfliege im Vergleich zu rund 300 Zielen vor der Corona-Krise. Die Flugzeuge der Konzernmarken Lufthansa, Swiss, Austrian oder Brussels Airlines fliegen zudem seltener und sind in der Regel auch schwächer ausgelastet. Für das laufende Jahr bleibe das Ziel von 40 Prozent Kapazität erreichbar, sagte Spohr.

Frachtsparte brummt

Lichtblick bleibe die Frachtsparte Lufthansa Cargo, die im laufenden Geschäftsjahr mindestens eine Milliarde Euro operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) einfliegen werde, sagte der Konzernchef. Zum Vergleich: Als er selbst vor zehn Jahren in den Lufthansa-Vorstand eingezogen sei, sei eine Milliarde Euro operativer Gewinn das Ziel für den Gesamtkonzern gewesen. Schon 2020 hatte die Frachtsparte mit einem Rekordgewinn von 772 Millionen Euro die Verluste der Passagiergesellschaften gelindert. Sie profitierte von weggefallenen Beilademöglichkeiten bei der Konkurrenz und von Problemen bei der Seefracht.

Spohr zeigte sich optimistisch, den notwendigen Personalabbau zu meistern. Aktuell zähle die Lufthansa mit rund 110.000 Beschäftigten rund 30.000 weniger als vor Corona. Auch in der Belegschaft der deutschen Stammgesellschaft gebe es eine gute Resonanz auf die angebotenen Abfindungsprogramme. Laut Lufthansa sollen in Deutschland noch rund 5.000 Lufthanseaten gehen.

Die Lufthansa-Aktie -0,26% tendiert in freundlichem Börsenumfeld am Dienstag-Mittag etwa eineinhalb Prozent schwächer und gehört damit zu den schwächsten Werten im MDAX. Seitdem die 50-Tage-Linie die 200er im Juli nach unten geschnitten hat, verstärkt sich der Abwärtstrend.  (Mit Material von dpa-AFX) 

12-Monats-Chart Lufthansa (in Euro, Xetra)
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