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Lufthansa: Anleger vergessen ein wichtiges Detail

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der DAX-Abstieg kann die Aktie der Lufthansa nicht stoppen. Die dramatischen operativen Zahlen kann Anleger nicht schocken. Denn sie hoffen auf eine dynamische Wiederbelebung des Flugverkehrs – und lassen dabei ein wichtiges Detail aus dem Auge.

Von "ermutigenden Nachrichten zu den Flugplänen der Lufthansa und von American Airlines ±0,00%" schrieb Analyst Sandy Morris vom US-Investmenthaus Jefferies in einer Studie. So wolle die Lufthansa im September wieder 90 Prozent der Kurz- und Mittelstreckenziele ins Angebot aufnehmen sowie 70 Prozent der Langstreckenziele. Allerdings sage die Zahl der Ziele nichts darüber aus, wie oft diese angeflogen werden. Das zweite Fragezeichen sei die Nachfrage seitens der Kunden. "Der Juni wird viel darüber aussagen, wie stark die Nachfrage wirklich ist", schrieb der Luftfahrtexperte.

Die Erwartungen an der Börse sind zuletzt wieder kräftig gestiegen: Vom Kurstief der Aktien nach dem Corona-Crash am 24. April bei gut 7 Euro hat sich der Kurs um knapp 56 Prozent erholt. Er hat damit fast die Hälfte des Einbruchs aufgeholt.

Lufthansa steht vor schwieriger Aufgabe

Am Markt fokussierte man sich in den vergangenen Wochen und Monaten damit weniger auf das operative – weil ohnehin weitgehend eingestellte – Geschäft der Lufthansa und vielmehr auf deren finanzielle Lage. "Das schlimmste Szenario für die Lufthansa ist noch längst nicht vom Tisch", warnte Analyst Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein. Denn trotz der Hilfen des Bundes müsse das Unternehmen mindestens bis 2023 ausreichend Barmittel erwirtschaften, um die angeschlagene Bilanz auszugleichen.

In der Vergangenheit sei der Cashflow nicht gerade eine Erfolgsgeschichte bei der Lufthansa gewesen, ergänzte Roeska. Bei einem schrumpfenden Geschäft mehr Cashflow zu generieren, dürfte schwierig werden. Zur Hilfe komme der Airline aber der niedrige Ölpreis. Von 2022 bis 2024 könne die Lufthansa die Nettoschulden um geschätzte 6,5 Milliarden Euro zurückfahren, vor allem dank niedrigerer Treibstoffkosten. Um die Hilfen des Bundes zurückzuzahlen, werde sie aber wohl auch Flugzeuge und/oder Beteiligungen abstoßen müssen. Angesichts dieser Unwägbarkeiten strich Roeska seine Empfehlung für die Aktien.

Das macht die Aktie der Lufthansa

Mit einem Aufschlag von zuletzt 5,6 Prozent auf 10,90 Euro am Freitagmittag erzielt die Lufthansa-Aktie ±0,00% eine Wochenbilanz von knapp 20 Prozent Kursgewinn. Vier Tage in Folge ging es für den Kurs nach oben, nachdem Anleger vermehrt auf eine dynamische Wiederbelebung des internationalen Flugverkehrs setzen. Die Mammutaufgabe, die auf die Fluggesellschaft zukommt lassen die Anleger jedoch außer Acht – das birgt Rückschlagspotenzial.

Mit Material von dpaAFX.
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