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Lufthansa bald im Überlebenskampf

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das Coronavirus beschert der Luftfahrbranche die wohl schwerste Krise aller Zeiten. Auch die Lufthansa könnte bald um ihr Überleben kämpfen – sie sollte jedoch länger durchhalten als andere Airlines.

Nach einem schwierigen Jahr mit Preisschlacht und Gewinnwarnung droht es für Lufthansa 2020 noch viel schlimmer zu kommen. Vorerst finden nur noch etwa jeder zehnte Fernflug und etwa jeder fünfte Mittelstreckenflug statt. Die Konzerntöchter Brussels und Austrian Airlines haben den Betrieb sogar komplett eingestellt.

Ausreichende Mittel im Überlebenskampf?

Unterdessen versucht der Vorstand, das Geld zusammenzuhalten, damit das Unternehmen die Krise übersteht. So sollen die Aktionäre auf die Dividende für 2019 verzichten. Das Unternehmen hat sich auch neue Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro gesichert. Damit verfüge der Konzern über flüssige Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro, hieß es. Hinzu kämen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro.

Um die Kasse noch weiter zu füllen, will der Konzern auch Flugzeugfinanzierungen nutzen. 86 Prozent der rund 780 Flugzeuge starken Flotte befänden sich im Eigentum der Lufthansa, davon seien knapp 90 Prozent unbelastet von Krediten, hieß es. Das entspreche einem Buchwert von 10 Milliarden Euro.

Für den schlimmsten Fall lotet Lufthansa sogar Staatshilfe aus. Der Vorstand habe sich angesichts "dieser bisher unbekannten Herausforderung daher entschieden, mit den Regierungen unserer Heimat-Länder nicht nur wie bisher über den Abbau von Belastungen zu sprechen, sondern auch über aktive Unterstützungen, sobald diese notwendig werden", sagte Spohr.

Unterdessen kürzt der Konzern seine laufenden Ausgaben und versucht Investitionen zu verschieben. Für einen Teil der Belegschaft soll Kurzarbeit beantragt werden. Spohr rief die Mitarbeiter zu Solidarität und Verzicht auf, "um die Zukunft der Lufthansa-Gruppe zu sichern". Ziel sei, möglichst alle Beschäftigten an Bord zu halten.

Vorstandschef Spohr zeigte sich vergangenen Freitag sicher, dass Lufthansa die schwierige Situation finanziell "auf jeden Fall länger" durchstehen könnte als andere Airlines. Eine Prognose für 2020 traute er sich angesichts der sich täglich verschärfenden Lage aber nicht zu. Allerdings rechnet das Management damit, dass das operative Ergebnis des Konzerns im laufenden Jahr "deutlich" sinken wird.

Das sagen die Experten

Die Experten der Rating-Agentur Standard & Poor's erwarten, dass die Zahl der Passagiere im weltweiten Luftverkehr in diesem Jahr um 20 bis 30 Prozent sinkt. Eine Erholung auf das Niveau vor der Krise sei erst für im Jahr 2022 oder 2023 zu erwarten, sagt S&P-Analystin Julyana Yokota.

Der renommierte Luftfahrt-Experte Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein teilt derweil die Einschätzung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, dass der deutsche Luftfahrt-Konzern eine solche Krise länger durchstehen könnte als andere Airlines. So sei die finanzielle Situation des Konzerns deutlich besser. Die gestrichene Dividende ist für ihn angesichts der jüngsten Entwicklung keine Überraschung.

Das macht die Lufthansa-Aktie

Seit dem Jahreswechsel ist der Kurs der Lufthansa-Aktie +1,02% nun um fast die Hälfte gesunken – zeitweise sackte er bis auf 8,02 Euro ab. Zuletzt wurde das Papier nur wenig höher gehandelt. Insgesamt ist Lufthansa an der Börse nur noch rund 4,3 Milliarden Euro wert, nicht einmal ein Drittel so viel wie zu ihren besten Zeiten vor gut zwei Jahren.

Mit Material von dpaAFX.
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