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Lufthansa: Das große Problem und die Lösung

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Trotz Staatshilfe muss die Lufthansa um seine Zukunft kämpfen. Das größte Problem ist der riesige Schuldenberg. Um diesen Berg abzutragen, hat die Lufthansa unterschiedliche Möglichkeiten – es bleibt aber abzuwarten, ob das ausreicht.

Der Schuldenberg dürfte nach Berechnungen des Bernstein-Analysten Daniel Roeska in den nächsten anderthalb Jahren um 10 Milliarden auf bis zu 26 Milliarden Euro wachsen. Zugleich will der Konzern bis 2023 die 9 Milliarden Euro aus dem staatlichen Hilfspaket des Bundes zurückzahlen, schon um exorbitant hohe Zinsen von bis zu 9,5 Prozent bei der stillen Einlage zu vermeiden.

Allein aus dem operativen Geschäft dürfte das aber nicht zu schaffen sein, meint nicht nur der streitbare Großaktionär Heinz Hermann Thiele. Der Vorstand werde voraussichtlich auch Flugzeuge und Konzerntöchter zu Geld machen müssen, schätzt Roeska.

Doch bei der Catering-Tochter LSG Sky Chefs stockt der bereits vor Corona angeschobene Verkaufsprozess, in dem sich Lufthansa und der weltgrößte Caterer Gategroup zumindest für das Europageschäft bereits einig waren. Die weitaus wertvollere Perle ist die Lufthansa Technik, weltgrößter Wartungsbetrieb für zivile Verkehrsflugzeuge mit knapp sieben Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr. Noch im Januar schätzte Bloomberg den Unternehmenswert der Tochter auf 7,5 Milliarden Euro. Nach Corona kommen Analysten von der Citigroup noch auf 3 bis 5 Milliarden Euro.

Die Lufthansa muss den freien Barmittelzufluss deutlich nach oben treiben, mahnt Analyst Roeska. An diesem Punkt entscheiden sich die langfristigen Aussichten des Kranich-Konzerns. Sollten die Ticketpreise nach einer Stabilisierung des Flugverkehrs absehbar auf das Niveau von 2019 kommen, bliebe voraussichtlich mehr Geld übrig, um die Zinsen an den Bund zu bezahlen und die Schulden zu tilgen. Hilfreich wären dabei ein niedriger Kerosinpreis und Erlöse aus dem Verkauf nicht mehr benötigter Jets.

Eine weitere Möglichkeit Geld zu sparen ist die Senkung der Personalkosten. Kündigungen sollen vermieden werden aber stattdessen Entgelte abgesenkt und Arbeitszeit massiv verkürzt werden. Ältere Mitarbeiter sollen früher das Unternehmen verlassen. Noch laufen die Verhandlungen für Piloten und Bodenpersonal mit der Vereinigung Cockpit und Verdi. Wie bereits bei den Flugbegleitern erwartet Lufthansa substanzielle Sparbeiträge der einzelnen Berufsgruppen.

Das macht die Aktie der Lufthansa

Das Rettungspaket war nur ein wichtiger Schritt zur Rettung der Lufthansa. Das ist auch den Anlegern bewusst – die Lufthansa-Aktie +0,03% kann sich daher nach der Hauptversammlung nicht nachhaltig erholen. Auch am Mittwoch geht es mit den Kranich-Papieren leicht abwärts um minus 0,3 Prozent auf 8,91 Euro.

Mit Material von dpaAFX.
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