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Lufthansa: Das Stabilisierungspaket im Überblick

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das Stabilisierungspaket des Bundes für die angeschlagene Lufthansa kommt bei Anlegern und Analysten gut an. Die Maßnahmen sind zwar komplex – aber besser als erwartet. Das treibt die Lufthansa-Aktie am Dienstag weiter nach oben.

1. Milliardenkredit

Der Konzern erhält über die Staatsbank KfW einen KREDIT in Höhe von 3 Milliarden Euro, an dem sich private Banken mit 600 Millionen Euro beteiligen.

2. Stille Einlage

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) gibt eine stille Einlage über 4,7 Milliarden Euro. Sie läuft unbefristet und kann bilanztechnisch als Eigenkapital anerkannt werden. Lufthansa zahlt dafür zunächst in diesem und dem kommenden Jahr 4 Prozent Zinsen. Danach steigt die Verzinsung auf bis zu 9,5 Prozent.

3. Weitere stille Einlage

Komplex ist die Konstruktion einer weiteren stillen Einlage über 1 Milliarde Euro, die im Fall eines Übernahmeversuches in einen Aktienanteil von 5 Prozent und einer Stimme gewandelt werden kann. Außerdem kann sie ab 2024 in Aktien gewandelt werden, wenn das Unternehmen die Zinsen nicht zahlt.

4. Aktienpaket über 20 Prozent

Für rund 300 Millionen Euro soll der Staatsfonds sofort einen Aktienanteil von 20 Prozent an dem Konzern erwerben. Der Bezugspreis soll 2,56 Euro betragen, den Nennwert der Aktie. Auf Hauptversammlungen soll der WSF sein Stimmrecht nicht ausüben außer im Fall einer drohenden Übernahme. Er verpflichtet sich laut der Börsenmitteilung zudem, das Aktienpaket spätestens bis zum 31.12.2023 wieder abzustoßen, falls die stillen Einlagen vollständig zurückgezahlt worden sind und der Einstandspreis plus einer jährlichen Verzinsung von 12 Prozent zu erzielen ist.

5. Aufsichtsratssitze für den Bund

Im 20-köpfigen Aufsichtsrat soll der Bund mit zwei Mandaten vertreten sein, die durch unabhängige Experten ausgeübt werden sollen.

6. Vorgaben für Dividende, Gehälter & Boni

Bis zum Ende der Stabilisierung dürfen keine Dividenden ausgezahlt werden. Die fixen Vorstandsgehälter werden zunächst gekappt und später auf dem Niveau von 2019 eingefroren. Boni sollen erst wieder fließen dürfen, wenn 75 Prozent der stillen Einlagen zurückgezahlt sind.

7. Hohe Transparenz

Lufthansa muss Steuerzahlungen und tatsächliche Eigentumsverhältnisse aller Unternehmensteile Land für Land offenlegen. Die Gesellschaft soll sich verpflichten, dass staatlich bereitgestellte Hilfen nicht in sogenannte Steueroasen abfließen.

8. So reagiert die Aktie der Lufthansa

Noch steht das Gebilde zwar unter dem Vorbehalt, dass die EU sowie Aufsichtsrat und Hauptversammlung der Lufthansa zustimmen – bei Anlegern und Analysten kommt das vorläufige Maßnahmenpaket dennoch gut an. So schrieben beispielsweise die Analysten von Bernstein, dass die Bedingungen des Rettungspakets für die Airline letztlich doch etwas besser als erwartet ausgefallen seien. Eine böse Überraschung blieb aus, hieß es dagegen vom Bankhaus Metzler.

Die Aktie der Lufthansa +0,25% kann am Dienstag die Erholungsbewegung fortsetzen und legt vorbörslich rund 4 Prozent auf 8,99 Euro zu. So hoch stand das DAX-Papier im Mai noch nie – jetzt können die Hochs aus dem April bei 9,26 und 9,40 Euro angegriffen werden.

Mit Material von dpaAFX.
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