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Lufthansa-Rettungspaket: Das sagen die Analysten

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Lufthansa geht ohne eine kräftige Finanzspritze bald das Geld aus. Milliardenschwere Staatshilfen sind zwar in Sicht – doch die EU-Kommission schießt dagegen. Das sagen die Analysten aktuell zum Rettungspaket:

Neun Milliarden Euro als Hilfe, aber auch Auflagen bei Umwelt, Dividenden und Vorstands-Boni: Seit Montag steht das staatliche Hilfspaket für Lufthansa - jedenfalls im Prinzip. Denn dem Plan muss erst noch die EU-Kommission zustimmen, ebenso der Aufsichtsrat und die Aktionäre des Unternehmens.

Die in dem Rettungspaket vorgesehene Kapitalspritze übersteigt jedenfalls die Summen, die Experten noch vor wenigen Wochen erwartet hatten. Als Argument, jetzt Lufthansa-Aktien zu kaufen, betrachten das aber nur wenige. Nur zwei Experten empfehlen den Einstieg bei Europas größtem Luftverkehrskonzern. Vier raten zum Halten der Papiere, und eine knappe Mehrheit von sieben plädiert für einen Absprung.

Zu den wenigen Optimisten gehört Analyst Daniel Roeska von Bernstein Research. Zwar hat auch er sein Kursziel für die Lufthansa-Aktie kürzlich auf zehn Euro gekappt. Die Bedingungen des Rettungspakets seien aber letztlich etwas besser ausgefallen als von ihm erwartet, urteilt er und schreibt der Aktie mit der Einstufung "Outperform" weiteres Potenzial zu.

"Das vorgesehene Rettungspaket verschafft der Lufthansa ausreichend Luft", urteilt Wolfgang Donie von der NordLB. "Da es lange dauern wird, bis das Vorkrisenniveau im Luftverkehr wieder erreicht sein wird, ist das Paket aber Segen und Fluch zugleich." So warnt Jaime Rowbotham von der Deutschen Bank, dass die Fluggesellschaft nach der Corona-Krise auf einem hohen Schuldenberg sitzen wird. Er sagt dem Aktienkurs einen deutlichen Sinkflug auf 5,70 Euro voraus.

Noch düsterer zeichnete Analystin Ruxandra Haradau-Doser vom Analysehaus Kepler Cheuvreux die Zukunft. So könne die Airline die milliardenschweren Staatshilfen bestenfalls mittelfristig zurückzahlen. Sie schätzt, dass der Aktienkurs auf nur noch zwei Euro zusteuert – das wäre weniger als der Nennwert der Papiere.

Das macht die Aktie der Lufthansa

Der langfristige Trend der Kranich-Aktien bestätigt die Einschätzung der Analysten: Rund um die Pleite des einst größten heimischen Rivalen Air Berlin war es für die Lufthansa-Aktie -0,71% steil nach oben gegangen – bis auf den Höchstwert von 31,26 Euro Anfang 2018. Seitdem geht es nur noch abwärts. Denn die Erwartung von Anlegern, dass der Konzern nach der Übernahme von Air Berlin die Ticketpreise in seiner Heimat bestimmen könnte, erwies sich angesichts der Konkurrenz von Billigfliegern als Illusion.

Nachdem dann die Corona-Krise im Februar den Passagierflugverkehr binnen weniger Wochen fast zum Erliegen brachten, ging es für die Lufthansa-Aktien dann endgültig bis 7,02 Euro bergab.

Die vorläufige Einigung auf ein Rettungspaket und die Aussicht auf einen vorsichtigen Neustart des Flugverkehrs in Europa ließ den Kurs zuletzt zwar wieder kräftig steigen. Am Mittwoch überschritt er zeitweise sogar wieder die Marke von 10 Euro. Doch die Ankündigung des Aufsichtsrats, das Rettungspaket noch einmal zu überdenken, brachte die Aktie wieder unter Druck.

Mit Material von dpaAFX.
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