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Merck: Starke Zahlen und mutige Prognose

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Aktien von Merck schnellen nach Vorlage der Jahreszahlen an die DAX-Spitze. Die Aktie legt im frühen Handel über 3,6 Prozent zu, nachdem Merck seine Ziele 2019 erreichte und für 2020 weiteres Wachstum erwartet.

Umsatz und Ebitda im vergangenen Jahr 2019 lagen etwas über den Schätzungen der Analysten. So stiegen die Erlöse gegenüber 2018 um etwa neun Prozent auf 16,15 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebitda betrug 4,4 Milliarden Euro, ein Plus von 15,4 Prozent im Vorjahresvergleich.

Sparten im Überblick

Größtes Zugpferd war für Merck 2019 wie erwartet die Laborsparte, in der die Umsätze um 11 Prozent zulegten. Dabei liefen die Geschäfte vor allem im Bereich Process Solutions wieder rund. Hier bietet Merck Dienstleistungen und Produkte rund um die Arzneimittelherstellung an. In der Pharmasparte gab es ein Umsatzplus von 7,5 Prozent. Das verdankt Merck unter anderem seinem neuen Medikament Mavenclad zur Behandlung Multipler Sklerose, das sich besser verkaufte als erwartet. Hierfür hatte der Konzern erst im vergangenen Jahr eine lang ersehnte Zulassung in den USA erhalten.

In der seit einiger Zeit problembehafteten Sparte der Spezialmaterialien konnte sich Merck umsatzseitig lediglich dank seiner jüngsten Zukäufe und günstiger Währungseffekte über Wasser halten. Die Erlöse legten vor dem Hintergrund um sieben Prozent zu, aus eigener Kraft sanken sie wie erwartet um sechseinhalb Prozent. Den Darmstädtern macht vor allem das Geschäft mit Flüssigkristallen zu schaffen, die etwa zur Produktion von Smartphones und Displays benötigt werden. Hier macht eine wachsende Konkurrenz aus Asien Druck.

Bei Merck soll der Fokus nun auf die Halbleiterindustrie verlegt werden. Um die Position in diesem Bereich zu stärken, haben sich die Darmstädter zuletzt den US-Halbleiterzulieferer Versum sowie den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular einverleibt.

Dividende nur leicht erhöht – Abbau von Schulden im Fokus

Der Dividendenvorschlag von 1,30 Euro je Aktie für das abgelaufene Jahr lag auf Höhe der Schätzungen. Zuvor hatten die Aktionäre 1,25 Euro erhalten. Für Merck steht nach den Zukäufen nun auch erst einmal ein Abbau der Schulden auf der Agenda. Die Höhe der Netto-Verbindlichkeiten hat sich im vergangenen Jahr gegenüber 2018 mit 12,4 Milliarden Euro fast verdoppelt.

Management behält sich Prognoseanpassung vor

Der Umsatz soll 2020 aus eigener Kraft "solide" zulegen. Beim Ebitda erwartet Merck zudem eine "starke" organische Steigerung.

Die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie seien derzeit schwer zu bestimmen, hieß es weiter. Das Management rechnet momentan damit, dass die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit im ersten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreichen wird und im Laufe des zweiten Quartals abklingt. In diesem Szenario dürfte die Epidemie die Umsätze im Gesamtjahr um 1 Prozent belasten. "Sollte sich die Krise jedoch ausweiten oder gar eine globale Rezession auslösen, würde das Unternehmen die Geschäftsprognose anpassen", hieß es weiter.

Das macht die Aktie

Die Aktie von Merck -0,82% reagiert sehr positiv auf die besser als erwarteten Zahlen und den soliden Ausblick. Mit einem Plus von 3,6 Prozent ist die Merck-Aktie heute der stärkste Wert im DAX – und rückt wieder in Richtung des Allzeithochs bei 125,95 Euro. Dass sich das Management in Sachen Coronavirus eine Prognoseanpassung offenhält, scheint nicht zu beunruhigen.

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