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Metro: Dieser Großaktionär könnte unbequem werden

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky wird mit seinem Konsortium EPGC zum größten Einzelaktionär von Metro. Wenige Monate nach dem Scheitern des Übernahmeangebots für den Düsseldorfer Handelskonzern machte Kretinsky von seinem Optionsrecht Gebrauch und übernahm weitere Anteile von der Familiengesellschaft Haniel.

Allerdings bleibt die Beteiligung der Holding EPCG zunächst noch unter der Schwelle von 30 Prozent. Bei deren Überschreiten wäre in der Regel ein Pflichtangebot für die übrigen Aktionäre fällig.

Metro-Aktie über 200-Tage-Linie

Die Metro-Aktie -0,94% legte am Freitag-Nachmittag um 1,2 Prozent auf 14,85 Euro zu und überschritt dabei auch wieder die 200-Tage-Linie (siehe Chart unten). Ein Börsianer zeigte sich angesichts des gescheiterten Übernahmeversuchs im August überrascht von Kretinskys anhaltendem Interesse an dem Unternehmen. Die Nachricht sei zwar positiv für die Metro-Aktie. Doch am Status Quo ändere sich dadurch erst einmal nichts, schätzt er.

Kretinsky übernimmt dabei den überwiegenden Anteil Haniels, der zuletzt noch bei 15,2 Prozent lag. So steige die Beteiligung des tschechischen Milliardärs an Metro von 17,5 Prozent auf etwa 29,99 Prozent, wie die Kretinsky-Holding EPGC mitteilte. Abgeschlossen werden soll die Transaktion voraussichtlich am 6. November.

Die Option, auch noch die restlichen Haniel-Anteile zu erwerben, bestehe fort, erklärte EPGC, die ankündigte, eine "angemessene Vertretung" im Aufsichtsrat des Handelskonzerns anzustreben.

Sechs-Monats-Chart Metro St. (in Euro)


Metro erklärte, einen "konstruktiven Dialog mit allen seinen institutionellen Investoren" zu pflegen. Der Vorstand begrüße das weitere Engagement von EPGC und schätze "die Unterstützung seiner fokussierten Großhandelsstrategie" durch den Investor.

Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac hatten den Metro-Aktionären im Sommer über die EPGC-Holding ein Übernahmeangebot gemacht, die Mindestannahmeschwelle aber verfehlt. Kretinsky hatte 16 Euro pro Stamm- und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie geboten.

Metro hatte Angebot abgelehnt

Die Metro-Führung hatte sich gegen das Gebot gewehrt. Sie hatte erklärt, dass es das Unternehmen zu niedrig bewerte und nicht angemessen sei. Zugleich fürchtete der Konzern, dass die eigene operative Flexibilität und die strategische Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden könnten, da Kretinsky die Übernahme zu einem guten Teil mit Krediten finanzieren wollte.

Widerstand kam auch von den anderen Großaktionären, den Familien Beisheim und Schmidt-Ruthenbeck, die zusammen gut 20,5 Prozent der Stammaktien halten und ihre Stimmrechte gebündelt haben. Die Stiftung des 2013 verstorbenen Metro-Mitgründers Otto Beisheim hält noch gut 6 Prozent der Stammaktien des Düsseldorfer Unternehmens. Die Meridian-Stiftung der ebenfalls zu den Metro-Gründern zählenden Duisburger Händlerfamilie Schmidt-Ruthenbeck kommt auf gut 14 Prozent der Stammaktien.

Bald Komplettausstieg von Haniel

Haniel hatte sich dagegen bereit erklärt, auch seine restlichen Metro-Aktien zu verkaufen. Der Duisburger Familienkonzern hatte bereits im vergangenen Jahr rund 7,3 Prozent seiner Anteile an Kretinsky veräußert und auch die Weichen für einen Komplettaustieg gestellt. Die Holding hat über die letzten Jahre hohe Verluste im Zusammenhang mit ihrem Metro-Engagement verbucht. Auch der früher zu Metro gehörende Elektronik-Händler Ceconomy verkaufte seine Metro-Anteile an Kretinsky.

Das Geschäft von Metro schwächelt seit Jahren. Die Abspaltung von Ceconomy 2017 brachte zunächst nicht den erhofften Auftrieb. Luft und Spielraum für Investitionen soll Metro der Verkauf des verlustreichen Supermarktgeschäfts Real sowie des China-Geschäfts verschaffen. Dann könnte sich Metro wieder ganz auf das Geschäft mit Gastronomiebetreibern und kleinen Händlern konzentrieren. Während es für das China-Geschäft vor kurzem eine Einigung gab, steht die Veräußerung Reals noch aus.

Kretinsky könnte sich nun zu einem unbequemen Aktionär für Metro entwickeln. Nach dem Scheitern der Übernahme hatte er bereits erklärt, angesichts der Bewertung seines Angebots müsse das Metro-Management sich nun selbst übertreffen und zeigen, dass es tatsächlich einen deutlich höheren Aktienkurs erreichen könne. "Wir haben einen klaren Maßstab gesetzt für das Metro-Management." (Mit Material von dpa-AFX)

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