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Munich Re: Corona & Hochwasser – und trotzdem Milliardengewinn

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Hochwasserkatastrophe in Europa und die vielen Corona-Opfer in mehreren Ländern kommen den Rückversicherer Munich Re teuer zu stehen. Trotzdem erwartet das Management weiterhin einen Milliardengewinn.

Vorstandschef Joachim Wenning zeigte sich im Rahmen der Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts am Dienstag überzeugt, dass der DAX-Konzern im laufenden Jahr wie geplant einen Gewinn von 2,8 Milliarden Euro einfährt.

Corona bleibt ein Thema

Wie bereits seit Juli bekannt, verdiente die Munich Re im zweiten Quartal unter dem Strich 1,1 Milliarden Euro und damit rund 91 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Da hatten hohe Schadenrückstellungen infolge der Corona-Krise das Ergebnis stark nach unten gezogen.

Allerdings schlägt die Pandemie bei dem Rückversicherer weiterhin teuer zu Buche: Wegen der coronabedingten Todesfälle vor allem in den USA sowie Südafrika und Indien rechnet der Vorstand 2021 jetzt mit einer Belastung von 400 Millionen Euro – doppelt so viel wie bisher gedacht. Allein im zweiten Quartal verbuchte der Rückversicherer in der Leben- und Kranken-Rückversicherung aus diesem Grund eine Belastung von 140 Millionen Euro.

In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung waren die coronabedingten Schäden mit 101 Millionen Euro hingegen nur rund ein Sechstel so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Die Belastung durch Großschäden aus Naturkatastrophen nahm um gut ein Fünftel auf 203 Millionen Euro zu.

Hochwasserschäden durch Tiefdruckgebiet

Im dritten Quartal dürfte diese Summe deutlich höher ausfallen. Grund sind die verheerenden Hochwasserschäden, die das Tiefdruckgebiet "Bernd" mit lang anhaltendem Starkregen in Deutschland und Nachbarländern wie Belgien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz angerichtet hat.

Bei der Munich Re und ihrer Erstversicherungstochter Ergo dürfte die Flutkatastrophe mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen, hieß es. Präzise Aussagen seien noch nicht möglich. Der deutsche Versichererverband GDV schätzt die versicherten Schäden allein in Deutschland auf 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro.

Unterdessen wird Rückversicherungsschutz für Erstversicherer wie Allianz und Generali weiterhin teurer. Bei der Vertragserneuerung im Schaden- und Unfallgeschäft im Juli konnte die Munich Re nach eigenen Angaben risikobereinigt im Schnitt rund zwei Prozent höhere Preise durchsetzen.

Das macht die Aktie von Munich RE

Am Finanzmarkt sorgten die Nachrichten zunächst für wenig Bewegung, da die vorläufigen Ergebnisse bereits bekannt waren. Im frühen Handel gewann die Munich-Re-Aktie +0,02% rund ein Prozent auf 128,60 Euro. Seit dem Jahreswechsel hatte sie rund zweieinhalb Prozent an Wert eingebüßt. Damit ist der Kurs von dem Langzeithoch von 284,20 Euro, der kurz vor dem Corona-Crash im Februar 2020 erreicht hatte, weiter ein gutes Stück entfernt.

Mit Material von dpaAFX.
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