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Myanmar: Darum verlassen Chevron und Total das Land

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Energiekonzerne Total und Chevron ziehen sich ein Jahr nach dem Militärputsch in Myanmar komplett aus dem südostasiatischen Land zurück. In Myanmar hatte die Armee vor einem Jahr die Macht übernommen. Das Militär hatte die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. Jeder Widerstand wird mit brutaler Härte unterdrückt. In vielen Teilen des Landes haben sich lokale bewaffnete Einheiten gebildet, um Widerstand gegen die Junta zu leisten. An der Börse gerieten die Aktien der beiden Ölkonzerne am Freitag unter Druck.

Die sich weiter verschlechternde Menschenrechtssituation und generelle Lage habe zu der Entscheidung geführt, sich nach Aufgabe laufender Projekte auch aus der Gasförderung im Yadana-Feld zurückzuziehen, teilte Total am Freitag in Paris mit. Mit dem Schritt werde auch auf die Forderung von Menschenrechtsorganisationen und Anteilseignern eingegangen, die verhindert sehen wollten, dass Erträge aus der Gasförderung den Machthabern in Myanmar zugutekommen. Dazu habe Total am Ende keine andere Möglichkeit als den kompletten Rückzug gesehen.

Produktionsende steht bevor 

Die Gasförderung unter der Regie von Total werde innerhalb der vertraglichen Kündigungsfrist von sechs Monaten auslaufen, während der das Unternehmen die Energieversorgung weiterhin verlässlich sicherstellen will. Eine finanzielle Kompensation für Total werde es nicht geben.

Chevron schließt sich Entscheidung an 

Der US-Öl- und Gasmulti Chevron gab am Freitag ebenfalls bekannt, sich aus Myanmar zurückzuziehen. Dabei schlossen sich die Amerikaner der Entscheidung von Total an. Chevron sei kein Betreiber des Gasprojekts im Yadana-Feld und habe dort selbst nur einen Minderheitsanteil, erklärte ein Sprecher. Genaue Angaben zum Zeitplan machte das Unternehmen nicht. Der Rückzug solle geplant und geordnet erfolgen, hieß es in einem Statement.

Das machen die Aktien von Chevron und Total 

Bei den Anlegern kommen die Nachrichten am Freitag nicht gut an: Die Chevron-Aktie +0,71% büßte zuletzt 3,3 Prozent auf 111,26 Euro ein. Die Papiere des Konkurrenten Total +1,67% gaben hingegen um 2,8 Prozent auf 49,29 Euro nach. Neben dem Rückzug aus Myanmar dürfte dabei auch die Ölpreisentwicklung die Kurse negativ beeinflusst haben. 

Der jüngste Höhenflug der Ölpreise hat am Freitag einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Am Mittag gaben die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI deutlich nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 86,87 US-Dollar. Das waren 1,51 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,60 Dollar auf 83,95 Dollar.

Sechs-Monats-Chart Chevron (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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