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Netflix: Das sagen die Experten zum Zahlen-Debakel

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Zahlen, die Netflix Donnerstagnacht veröffentlicht hat, werden im vorbörslichen Handel böse abgestraft – insbesondere die Abo-Zahlen gefallen den Anlegern nicht. Jetzt gibt es die ersten Experten-Stimmen:

Netflix profitiert zwar weiter davon, dass viele Menschen in der Corona-Krise zuhause bleiben. Allerdings hat der pandemiebedingte Kundenansturm inzwischen wieder deutlich nachgelassen. Nach dem Boom zu Jahresbeginn kamen im zweiten Quartal unterm Strich 10,1 Millionen Abos (Q1: 15,8 Mio.) dazu.

Darüber hinaus rechnet der Streaming-Dienst, dass der Andrang weiter abnimmt. "Wir erwarten in der zweiten Jahreshälfte weniger Wachstum als im Vorjahr", erklärte Netflix-Chef Reed Hastings.

Überzogene Erwartungen

Das kam bei Anlegern und Analysten nicht gut an: Netflix hatte zwar die eigenen Schätzungen und die einiger Analysten übertroffen, doch unter den Anlegern hätten sich inzwischen "überzogene Erwartungen entwickelt", schrieb Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. Eigentlich sei damit gerechnet worden, dass der "Stay at Home"-Trend weiter anhält und Netflix international kräftig Neugeschäft beschert. Doch vor allem international habe Netflix enttäuscht, "und das zu einem Zeitpunkt, wo mit Disney und anderen Anbietern auf dem heimischen Markt eine stärkere Konkurrenz entsteht".

Dennoch herrscht weiter Zuversicht

Die bullischen Analysten von JPMorgan und Goldman Sachs bleiben allerdings unverändert zuversichtlich, was Netflix' langfristige Zukunft betrifft.

Dough Anmuth von JPMorgan empfahl, die Aktie im Zuge des Kurssturzes zu kaufen und hob das Kursziel von 535 auf 625 Dollar an. Die Zahl der Neukunden sei stark gewesen und habe im zweiten Quartal die konzerneigene Erwartung übertroffen. Die Markterwartungen mit 11 oder sogar 12 Millionen Neukunden nannte der JPMorgan-Analyst zugleich recht hoch.

Den im Vergleich zum ersten Quartal nicht mehr so starken Anstieg der Neukundenzahl begründete Anmuth damit, dass es eine höhere Zahl an Kündigungen gegeben habe. Denn in Europa seien die Öffnungen nach den Lockdowns früher und schneller vonstattengegangen als in den USA. Zudem verwies der JPMorgan-Experte darauf, dass die Zahl der Neukunden weltweit im Juni zwar gesunken sei, Netflix im Juli aber wieder zu Wachstum zurückgekehrt sei.

Auf diese Tatsache verwies auch Heath Terry von Goldman Sachs, senkte jedoch zugleich das Kursziel von 670 auf 600 Dollar. Denn er hatte für das zweite Quartal "wegen der Stärke der Downloads und rückläufiger Kündigungen" mit einem Anstieg der Neukundenzahl von 12,5 Millionen gerechnet.

Angesichts der massiven Investitionen von Netflix in Inhalte, der weltweiten Verbreitung und der sich verbessernden Wettbewerbsposition dürften die Finanzergebnisse des Online-Videodiensts laut Terry auch über die aktuelle Krise hinaus weiter deutlich über den Konsensschätzungen liegen. Daher bekräftigte er die Aktie als Titel auf der "Conviction Buy List" für besonders aussichtsreiche Werte.

Das macht die Aktie von Netflix

An der Nasdaq büßte die Netflix-Aktie vorbörslich 6,9 Prozent auf 491 US-Dollar ein – nachdem sie allerdings erst am Montag ein Rekordhoch bei 506,50 Euro erreicht hatte und seit Jahresbeginn um rund 50 Prozent zugelegt hat.

Mit Material von dpaAFX.
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