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Neuer Bürokomplex in Aschheim: Was macht eigentlich die Wirecard-Aktie?

| Quelle: DER AKTIONÄR | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Immer wieder taucht das insolvente Skandal-Unternehmen Wirecard noch in den Schlagzeilen auf. Sei es in Fragerunden mit Kanzler-Kandidat Olaf Scholz, sei es durch die DAX-Reform, die wegen dem betrügerischen Zahlungsdienstleister nötig wurde. Auch der als neuer Wirecard-Firmensitz geplante Bürokomplex schafft es in die Medien. Die noch handelbaren Wirecard-Aktien markieren derweil neue Trauer-Tiefen.

Die Gemeinde Aschheim bei München ist mit der Wirecard-Pleite in Finanznöte gerutscht. Massive Steuereinnahmen brachen weg, möglicherweise müssen Gewerbesteuern auf manipulierte Wirecard-Umsätze sogar zurückgezahlt werden. Nun liegt Hoffnung auf neue Mieter in dem ursprünglich als neuer Konzernsitz für Wirecard geplanten Bürokomplex. Das 42.000 Quadratmeter große Gebäude soll Ende 2022 fertiggestellt sein. Als Kunden hat der Projektentwickler Rock Capital Group Konzerne, kleine Unternehmen und Start-ups im Blick.

Nach der Covid-19-Pandemie stellen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen neue Ansprüche an moderne Arbeitswelten. Eine zentrale Rolle wird die Gesundheit spielen. Rock Capital will nun mit coronasicheren Arbeitsplätzen für rund 2.000 Menschen neue Maßstäbe in puncto Hygiene setzen. Mit Fieberscannern an den Zugängen, berührungsfrei zu öffnenden Türen und Luftsterilisation wie in OP-Sälen entstehe aus der Not heraus eine "Blaupause für das gesündere Büro von morgen", heißt es in einer Mitteilung von Rock Capital.

Eigentlich sollte Rock Capital das 130 Millionen Euro teure Gebäude für den Zahlungsdienstleister Wirecard errichten - aber der einstige DAX-Konzern war 2020 nach Aufdeckung von Milliarden-Bilanz-Betrügereien zusammengebrochen. Wegen der Corona-Pandemie brach zugleich die Nachfrage nach Büros ein. "Wir waren im Sommer 2020 gezwungen, in kürzester Zeit ein komplett neues Konzept zu entwickeln", sagte Rock-Capital-Geschäftsführer Andreas Wißmeier.

In den Büros und Meetingräumen des Gebäudes soll die Luft wie in OP-Sälen über UV-C-Strahlen geleitet und so von Viren und Bakterien gereinigt werden. Dazu kämen Luftfilter. "So bringen wir Krankenhausstandard ins Büro, was auch von vielen Allergikern als große Entlastung empfunden wird", sagte Wißmeier. Das schütze nicht nur Corona, sondern auch vor Grippe und Erkältung. Digital lasse sich die Belegung so steuern, dass ausreichend Abstand gewährleistet sei.

Abstand hat auch der Wirecard-Kurs, und zwar von den einstigen Höchstkursen. Bis auf 199 Euro zog der Wirecard vor exakt drei Jahren an, bevor das Unternehmen im DAX aufgenommen wurde. Heute notiert das Papier via Tradegate noch bei 24 Cent. (Mit Material von dpa-AFX)

Martin Mrowka

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