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Ölpreise auf Mehrjahres-Hoch – Shell profitiert

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Allianz wichtiger Ölexporteure, Opec+, hat Verhandlungen zur Ausweitung der Fördermengen ab August ohne Ergebnis abgebrochen. Ein Streit zwischen dem Ölgiganten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verhinderte eine Einigung. Das Kartell Opec und seine Partnerländer legten auch keinen Termin für eine neue Sitzung fest. Die Folge: Die Rohölpreise steigen auf neue Mehrjahres-Höhen. Und Ölaktien wie Royal Dutch Shell profitieren.

Das von den Saudis dominierte Ölkartell Opec und seine von Russland angeführten Kooperationspartner hatten seit vergangenen Donnerstag über Pläne diskutiert, ihre Tagesproduktion ab August um 400.000 Barrel pro Monat anzuheben. Der gemeinsame Schritt der sogenannten Opec+ sollte dazu beitragen, die sich erholende Weltwirtschaft zu versorgen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten jedoch die Zuteilung einer höheren Förderquote gefordert, während Saudi-Arabien dem benachbarten Golfstaat keine Sonderrechte zugestehen wollte. Die meisten der 23 Länder der Opec+ scheuen angesichts der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus vor noch größeren Lockerungen zurück.

Daran stießen sich die Vereinigten Arabischen Emirate. Das Energieministerium in Abu Dhabi kritisierte am Wochenende, dass andere Teilnehmer der Ölallianz die Produktion zwar ab August vorsichtig ausweiten wollen, aber gleichzeitig ihre restriktive Förderpolitik bis Ende 2022 fortführen wollen. Zu einer Verlängerung dieser Politik seien die Emirate nur bereit, wenn ihre Quote erhöht werde, hieß es.

Die zunächst unveränderte Förderung trifft auf eine absehbar steigende Nachfrage nach Rohöl, Benzin und Diesel. Dafür sorgen Lockerungen von Corona-Beschränkungen in vielen Ländern. Dies spricht für tendenziell weiter steigende Ölpreise.

Die Ölpreise reagierten am Dienstag prompt und haben ihre Aufschläge vom Vortag ausgebaut. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Vormittag 77,81 US-Dollar - so viel wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg zeitweise noch deutlicher auf 76,75 Dollar. Das ist das höchste Niveau seit November 2014 (siehe Chart).

WTI-Preis seit Anfang 2014 (in US-Dollar, Indikation)


Marktanalyst Milan Cutkovic verwies angesichts der geplatzten Gespräche der Opec+ auf den "Ölpreis als Stimmungskiller" an den Aktienbörsen und sprach von aufziehenden "dunklen Wolken am noch sommerlichen Börsenhimmel". Kommt es nun zu einem weiteren rapiden Anstieg der Ölpreise innerhalb kurzer Zeit, dürften die Inflationssorgen wieder in den Vordergrund rücken und die Stimmung auf dem Börsenparkett empfindlich belasten, warnte er.

Energieriesen wie etwa Royal Dutch Shell und Gazprom bekommen mit den steigenden Ölpreisen jedoch kräftigen Rückenwind. In ansonsten abgeschwächtem Marktumfeld legt die Shell-A-Aktie +1,25% am Vormittag um 1,2 Prozent zu (siehe Chart), Gazprom-Papiere +1,80% steigen um über zwei Prozent. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart Royal Dutch Shell A (in Euro, Xetra)
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