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Online-Supermärkte und der Corona-Boom

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Fast ein Viertel der Deutschen kauften laut der Unternehmensberatung PWC Dinge des täglichen Bedarfs in erster Linie online ein. Jeder zweite deutsche Städter, der Lebensmittel online bestellt, kauft heute mehr Lebensmittel im Netz ein als vor Corona. Klar ist Online-Supermärkte boomen – und das sind einige Profiteure:

Ocado: Fast ein Technologiewert

Ocados Geschäft läuft zweigleisig. Neben dem Online-Verkauf von Supermarktprodukten bietet das in 2002 gegründete Unternehmen Systeme für den Internet-Vertrieb globaler Einzelhändler wie Kroger aus den USA. In diesem Know-How für Lagersoftware und -Maschinen samt hunderten von Patenten sieht die Ocado-Führung ihre künftigen Profite.

Anleger erkennen in dem Geschäftsmodell scheinbar viel Potenzial. Innerhalb von drei Jahren stieg die Ocado-Aktie +2,95% von 3,30 auf gut 30 Euro. Die Pandemie habe dem Wert den größten Schub verliehen. Profitabel ist Ocado allerdings noch nicht, das soll laut Unternehmen in 2024 erstmalig der Fall sein.

Costco: Gut positioniert

Mit einem Anstieg von 252 auf rund 300 Euro befindet sich die Aktie von Costco +3,01% seit dem Tief im März tendenziell im Aufwärtstrend. Kein Wunder, denn im vergangenen Quartal verbuchte der US-Handelsriese mit seinen 795 Warehouse Clubs 12,5 Prozent mehr Umsatz. Der Online-Absatz hat um 91 Prozent zugelegt. Rechnet man Lieferungen von Drittanbietern etwa über Instacart hinzu, hat sich der Absatz im E-Commerce sogar um 120 Prozent verbessert.

"Costco profitiert sehr stark von Corona", urteilt Walter Vorhauser von Oddo Seydler. Menschen verbrächten viel Zeit zuhause am Computer. Für das Gesamtjahr 2020 komme Costco mit 163,22 Milliarden US-Dollar auf einen im Vorjahresvergleich 9,3 Prozent höheren Nettoumsatz. Der Reingewinn sei von 3,66 auf vier Milliarden US-Dollar gewachsen.

Home Depot: Black Friday findet im Netz mit Verlängerung statt

Für Home Depot +1,90% macht sich die Pandemie ebenfalls bezahlt. Die Aktie der US-Baumarktkette gewann seit Anfang Januar von 196 auf 238 Euro hinzu. Home Depot hat Anfang August mit einem Umsatzanstieg von 30,84 auf 38,1 Milliarden US-Dollar überzeugende Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Ebenso ist der Gewinn mit 4,3 Milliarden US-Dollar gut 22 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr.

"Das Unternehmen lässt sich hinsichtlich der zunehmenden Bestellungen über das Netz einiges einfallen", so Analyst Vorhauser. Unter anderem erleichterten einfach zu bedienende Planungsfunktionen für Renovierungsarbeiten den Einkauf per Knopfdruck. "Für die anstehenden Black Friday-Tage rund um Thanksgiving plant Home Depot, die Phase der Schnäppchenpreise auszuweiten."

Walmart: Amazon auf der Spur

Nicht ganz so überzeugt scheinen Anleger hinsichtlich der Aussichten von Walmart +1,45%. Die Aktie des US-Händlers legte seit Jahresbeginn von 106 auf rund 120 Euro nur leicht zu. Aktuell erweitert Walmart die seit fünf Jahren bestehende Partnerschaft mit Beyond Meat zudem hat sich das Handelsschwergewicht im Bieterrennen um Tiktok mit Microsoft verbündet. Mit der Akquisition wäre Walmart im aufstrebenden elektronischen Handel über die Plattformen der sozialen Netzwerke gut positioniert.

Dieser so genannte "Social Commerce" brachte in China laut Emarketer 2019 Umsätze von über 180 Milliarden Dollar auf die Waage und soll in anderen Teilen der Welt ebenfalls an Bedeutung gewinnen. "Ob Walmart und Microsoft Erfolg haben werde, ist fraglich", meint Roland Stadler von der Baader Bank. TikTok bemühe derzeit die Gerichte, um einem Zwangsverkauf zu entgehen. Auch ohne TikTok sei Walmart durch Zukäufe einer Reihe von Online-Händlern und einem Logistikspezialisten auf gutem Weg. Mit dem jüngsten Kundenbindungsprogramm Walmart+ bietet der Händler Gratislieferungen von Lebensmitteln.

Mit Material von dpaAFX.
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