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Osram: Bald verschwindet die Aktie von den Kurszetteln

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bei der Übernahme des deutschen Lichtspezialisten Osram durch den Sensorhersteller AMS +9,61% schlagen die Österreicher ein neues Kapitel auf – für die Börsengeschichte der Münchener wird es das letzte sein. Denn die Osram-Aktien sollen nach dem Willen des AMS-Chefs von der Börse genommen werden.

Derzeit liegen noch etwa 28 Prozent der Osram-Aktien nicht in den Händen von AMS. Das Unternehmen bietet den verbliebenden Osram-Aktionären nun 52,30 Euro je Anteilsschein. Diese haben voraussichtlich vom 21. Mai bis zum 18. Juni Zeit, das Angebot anzunehmen, wie die an der Schweizer Börse in Zürich notierten Österreicher am Montagabend in Premstätten in der Steiermark mitteilten. Der Preis stellt allerdings nur das gesetzliche Minimum für ein sogenanntes Delisting-Angebot dar, wie AMS selbst einräumt. 

Delisting unaufhaltbar

Die Österreicher wollen Osram nämlich von der Börse nehmen, und zwar unabhängig davon, wie viele Aktionäre trotz des sehr mageren Aufschlags auf den Schlusskurs vom Montag von 51,95 Euro das Angebot annehmen. Nach Abschluss des Delistings werde der Handel mit Osram-Aktien am regulierten Markt eingestellt, teilte AMS weiter mit. Die Beendigung der Börsennotierung werde unabhängig von der tatsächlichen Annahmequote im Rahmen des Delistings-Angebot vollzogen. 

Von der Schwelle zum sogenannten Squeeze-out, also dem Recht des Hauptaktionärs zum Herausdrängen der Minderheitsaktionäre gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung aus dem Unternehmen, ist AMS aktuell noch weit entfernt. Denn erst wenn ein Aktionär mindestens 95 Prozent des Grundkapitals hält, hat er in Deutschland das Recht, die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen zu drängen.

Osram-Vorstand äußert Verständnis

Am späten Montagabend meldete sich auch der Osram-Vorstand zu Wort. Man könne das Vorhaben nachvollziehen, hieß es in einer kurzen Mitteilung. Der Vorstand werde "AMS bei diesem Verfahren im Sinne des Unternehmensinteresses unterstützen". Laut Mitteilung werde Osram angewiesen, den Widerruf der Zulassung der Osram-Aktien zum Handel im regulierten Markt an den Börsen in Frankfurt und München einzuleiten. Mit dem Ende von Osrams Börsennotierung würden die umfangreichen finanziellen Berichtspflichten und die Anwendung zahlreicher weiterer Regelungen zur Marktinformation enden. 

Umbenennung geplant

Der Osram-Mehrheitseigner AMS teilte unterdessen am Dienstag in Premstätten in der Steiermark mit, dass das kombinierte Unternehmen künftig AMS Osram heißen soll. Der Firmenname soll auf der kommenden Hauptversammlung entsprechend angepasst werden. AMS-Chef Alexander Everke will zusammen mit Osram einen europäischen Weltmarktführer für Sensoriklösungen und Photonik schmieden. Er bezeichnete das Delisting-Angebot als "nächsten logischen Schritt" für die Integration von Osram und die Umsetzung der AMS-Strategie.

Das macht die Osram-Aktie 

Am Dienstagnachmittag lag die aktuell noch im Nebenwerteindex SDax notierte Osram-Aktie +0,48% rund 1,4 Prozent im Plus bei 52,70 Euro. Ein Händler verwies darauf, dass die Aktionäre wohl auf ein höheres Angebot setzten.

Sechs-Monats-Chart Osram (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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