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Porsche SE: Volkswagen-Hausse treibt Aktie an

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Holding der Volkswagen-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch ist seit März wieder im MDax vertreten. Die Beteiligung am Volkswagen-Konzern ist auch das dominierende Element im Geschäftsmodell, selbst wenn die Gesellschaft sich mittlerweile auch an anderen Investments versucht. Mit dem Aufschwung bei VW-Aktien in diesem Jahr kam neues Leben ins Papier der Porsche-Holding.

Die Porsche-Holding ist nicht zu verwechseln mit dem Sportwagenbauer gleichen Namens. Indirekt gehört der Holding die Stuttgarter Firma dann aber doch, denn die Porsche AG ist komplett im Besitz des Volkswagen-Konzerns und den beherrscht die Porsche-Holding über die Stimmrechtsmehrheit.

In der Porsche Automobil Holding SE – so der volle Name – haben die Porsches und Piëchs ihre Anteile am VW-Konzern gebündelt. Die Porsche SE hält gut 53 Prozent der Stimmrechte an VW und mehr als 31 Prozent der Kapitalanteile. Weitere wichtige stimmberechtigte Aktionäre bei VW sind das Land Niedersachsen mit rund 20 Prozent und ein Staatsfonds aus Katar mit 17 Prozent. 

Gewinn verzehnfacht 

Der Gewinn der Porsche SE wird maßgeblich durch die Geschäfte des Wolfsburger Autoriesen beeinflusst. So konnte auch die Porsche-Holding im ersten Quartal deutlich mehr Gewinn verzeichnen – nach 99 Millionen Euro vor einem Jahr waren es diesmal dank des Aufschwungs bei VW 995 Millionen Euro unter dem Strich. 

Das Beteiligungsergebnis war von 108 Millionen Euro vor einem Jahr auf 1,0 Milliarden Euro geklettert. VW hatte für das erste Quartal unter dem Strich einen auf die Aktionäre entfallenden Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro gemeldet. Vor einem Jahr war er wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf 405 Millionen Euro abgesackt. 

Das sagen die Analysten 

Acht von dpa-AFX erfasste Experten sind überwiegend eher positiv gestimmt. Vier empfehlen den Kauf der Papiere, vier dagegen das Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 104 Euro und damit spürbar über dem derzeitigen Kursniveau von unter 88 Euro.

Die Porsche-SE-Aktie hänge mit einem Hebel von 1,6 am Kurs der Stammaktie von VW, schrieb Ende Mai LBBW-Analyst Frank Biller. Das Hauptrisiko des Papiers liege in der Entwicklung der nicht im DAX -0,44% notierten VW-Stammaktie und indirekt am Geschäftserfolg von Volkswagen. 

Die Aktie werde schon länger mit einem großen Abschlag zum eigentlich gehaltenen Vermögenswert gehandelt, erklärt HSBC-Analyst Henning Cosman. Das sei nicht unbedingt ungewöhnlich, allerdings bestehe die Beteiligungsmasse der Porsche SE zu 99 Prozent aus einem einzigen Vermögenswert– eben VW. 

Stifel-Analyst Daniel Schwarz spekuliert schon seit einiger Zeit darauf, dass die Eigentümerfamilien nach einem größeren Zugriff auf den traditionell im Familienbesitz befindlichen Sportwagenbauer Porsche AG trachten. 

Dieser war im Zuge der Übernahmeschlacht 2008/09 unter dem Konzerndach von Volkswagen gelandet, im Gegenzug hatten die Porsches und Piëchs die Mehrheit an den Wolfsburgern übernommen. So könnte die Familie – vulgo die Porsche SE – nach einem Börsengang des Sportwagenbauers direkt Anteile an diesem erwerben, finanziert über den Verkauf einiger VW-Stammaktien. 

Das macht die Aktie der Porsche SE

Am Freitagmorgen legten die Papiere der Porsche SE -0,91% an der Frankfurter Börse um 0,3 Prozent auf 88,34 Euro zu. In Medienberichten sorgte eine mögliche eigene Börsennotierung von Porsche in letzter Zeit wieder für mehr Gesprächsstoff, auch wenn VW-Konzernboss Herbert Diess die Fantasien eher zu dämpfen versuchte.

Analysten und Anleger vermuten seit geraumer Zeit, dass der Wert der Ertragsperle Porsche im Reich der vielen VW-Marken nicht so recht zur Geltung kommt - neidisch blickt die Finanz-Community vor allem auf den italienischen Luxusautobauer Ferrari. 

Diesen hatte der mittlerweile verstorbene Fiat-Chef Sergio Marchionne wertsteigernd an die Börse gebracht. Sein "financial engineering" gilt vielen Analysten heute als gutes Beispiel für die Aufspaltung von Unternehmensteilen, die eigentlich nicht so recht zusammenpassen. 

Sechs-Monats-Chart Porsche SE (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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