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ProSieben erteilt Berlusconi eine Abfuhr

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Medien-Branche ist in Bewegung. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass auch der MDAX-Konzern ProSiebenSat.1 Media in den Sog von Fusionen oder Übernahmen gerät. Konkurrent RTL wurde schon mehrmals genannt, oder der italienische Fernsehkonzern Mediaset +5,09%. Heute redet der ProSieben-Chef Tacheles.

"Es gibt keinen Mehrwert, weder im Programm noch im Produkt", sagte ProSieben-Vorstandssprecher Rainer Beaujean heute eine Woche vor der Hauptversammlung des Münchner Fernsehkonzerns der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Fernsehen sei ein lokales Geschäft. Nicht einmal beim Einkauf von Hollywood-Spielfilmen gebe es Synergien: "Filmrechte werden pro Land verkauft. Hollywood schließt nicht den einen Vertrag für Europa", sagte Beaujean.

Berlusconi als ProSieben-Großaktionär

Die Mailänder Mediaset-Gruppe wird von der Familie des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gelenkt, ist mit gut zwölf Prozent der Anteile größter ProSiebenSat.1-Aktionär und will eine europäische Medienholding aufbauen. "Globale Ideen scheitern oft an den Besonderheiten in den einzelnen Ländern", sagte Beaujean.

"Wenn Sie mich umgekehrt fragen würden, warum ProSiebenSat.1 als deutlich größeres Unternehmen nicht Mediaset kaufen wollen würde, würde ich Ihnen antworten: Weil ich darin keinen Sinn sehe."

Außerdem hänge Mediaset vollständig von den TV-Werbeerlösen ab. ProSiebenSat.1 dagegen hält auch Anteile an Datingportalen, Vergleichsplattformen und Online-Shops, die mit TV-Werbung ihre Geschäfte in Schwung bringen und dann mit Gewinn wieder verkauft werden können.

Zu viele regulatorische Hürden

An einer deutschen Konzentration der Medienbranche, etwa durch ein Zusammengehen mit Axel Springer oder Bertelsmann/RTL, will Beaujean ebenfalls nicht mitwirken: "Neben einer abnehmenden Meinungsvielfalt gäbe es zahlreiche regulatorische Hürden, die zu überwinden wären. Einen solchen defensiven Schritt wollen wir deshalb nicht verfolgen, sondern uns voll und ganz darauf konzentrieren, unser Wachstum fortzusetzen."

Die Aktie von ProSiebenSat.1 -1,71% war vor den Äußerungen von Rainer Beaujean noch bis auf 18,03 Euro gestiegen, rutschte am Nachmittag aber auf 17,81 Euro zurück, hält sich aber knapp über der 50-Tage-Linie. Seit Februar scheiterte die Aktie bereits mehrfach bei gut 18 Euro. Weiteres Aufwärtspotenzial winkt erst oberhalb dieser Chart-Hürde. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart ProSiebenSat.1 (in Euro, Xetra)
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