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ProSiebenSat.1 mit enttäuschender Hauptversammlung

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Auf der Hauptversammlung von ProSiebenSat.1 gab es keine guten Nachrichten für die Anleger. Das Kerngeschäft läuft weiterhin schlecht, die Dating-Portale kommen erst 2022 an die Börse und eine Jahresprognose ist nimmer noch nicht möglich.

Vorstandschef Rainer Beaujean sagte am Mittwoch auf der Hauptversammlung: "Im April und Mai hatten wir bei den TV-Werbeeinnahmen ein Minus von rund 40 Prozent. Auch im Juni sehen wir noch keine Verbesserungen." Auch das Geschäft der Red Arrow Studios werde durch Produktionsverschiebungen beeinträchtigt.

"In der Krise tendieren Werbekunden leider dazu, Marketingbudgets zu kürzen oder zu verschieben", erklärte Beaujean. Das sei paradox, denn die Sehdauer sei in der Corona-Krise kräftig gewachsen. Hoffnung mache ihm aber, dass auch große Kunden ihr Jahresbudget inzwischen auf Vorjahreshöhe bestätigt hätten.

Gewöhnlich erwirtschafte der Fernsehkonzern die Hälfte seines Gewinns erst zwischen September und Dezember. Ein eJahresprognose sei aber noch nicht möglich. Um zu sparen, hat ProSiebenSat.1 Investitionen gekürzt, Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und streicht die Dividende, sofern die Aktionäre zustimmen.

Die Partnervermittlung Parship soll "zum richtigen Zeitpunkt" gewinnbringend an die Börse gebracht werden, voraussichtlich 2022. Alle Bereiche werden überprüft, ob sie zum Kerngeschäft Unterhaltung beitragen und profitabel sind. "Wachstum alleine soll nicht mehr unsere Messgröße sein. Wir wollen langfristige Profitabilität", betonte Beaujean. Der Fokus sei Entertainment und Infotainment, "ohne dass wir dafür strategische Akquisitionen bräuchten".

Der größte Aktionär, der italienische Mediaset -7,77%-Konzern, hatte vergangene Woche kritisiert, das neue Management habe keine Wachstumsstrategie. Beaujean sagte unmittelbar vor der Hauptversammlung zu Journalisten: "Mit mir kann man alles besprechen. Ich höre mir alles an". Mit Mediaset gebe es aber darüber keine Gespräche.

Das macht die Aktie von ProSiebenSat.1

Der neue Vorstandschef sorgte mit den auf der Hauptversammlung gesendeten Signalen bei Börsianer nicht gerade für Begeisterung. Aktien von ProSiebenSat.1 +0,28% haben am Mittwoch mit einem Verlust von 4,4 Prozent zu den schwächeren MDAX-Werten gehört. Mit 11,60 Euro fielen die Papiere des Medienkonzerns sogar wieder unter die 200-Tage-Linie bei aktuell 11,65 Euro.

Mit Material von dpaAFX.
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