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Qiagen: Gescheiterte Übernahme birgt neues Potenzial

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die geplante milliardenschwere Übernahme des Biotechnologie- und Gendiagnostikunternehmens Qiagen durch den US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific ist geplatzt. Wie die Amerikaner am Donnerstag mitteilten, wurden nicht genügend Papiere angedient. An der Börse wurde die Nachricht positiv gewertet: Die Qiagen-Aktie legte am Nachmittag leicht zu.

Mit Auslaufen des Übernahmeangebots am 10. August war die Offerte der Amerikaner den Angaben zufolge lediglich für 47,02 Prozent des ausstehenden Qiagen-Aktienkapitals angenommen worden. 

Damit seien die Übernahmebedingungen nicht erfüllt und die Kauf-Vereinbarung nichtig, hieß es von Thermo Fisher +0,08% . Weil der geplante Zukauf nun platzt, muss Qiagen die vereinbarte Vertragsstrafe von 95 Millionen Dollar an die Amerikaner zahlen.

Vorstand und Aufsichtsrat respektieren Entscheidung der Aktionäre 

Qiagen teilte nach dem Scheitern des Deals mit, dass Vorstand und Aufsichtsrat die Entscheidung der Aktionäre respektierten. Der Konzern werde seine "erfolgreiche Wachstumsstrategie mit dem Ziel einer deutlichen Wertsteigerung für Aktionäre und andere Interessengruppen" fortsetzen, hieß es weiter.

Das Qiagen-Management hatte sich im März mit dem US-Laborausstatter auf die rund 10 Milliarden Euro schwere Übernahme geeinigt. Gerüchten zufolge hatten die Amerikaner bereits Ende 2019 beim MDax-Unternehmen angeklopft, doch erst beim zweiten Anlauf waren sich beide Seiten einig geworden. 

Doch dann folgte ein monatelanges Ringen um die Gunst der Aktionäre. Die hofften womöglich auf Besseres, nachdem Qiagen dank seiner Corona-Tests plötzlich zu den Gewinnern der Pandemie zählte und gute Quartalsergebnisse auswies.

Damit stieg der Druck auf die Amerikaner, das Angebot zu erhöhen. Doch obwohl Thermo Fisher im Juli dann tatsächlich den Deal mit einer von 39 auf 43 Euro je Aktie aufgestockten Offerte versüßte und die Annahmeschwelle von 75 auf 66,67 Prozent der Qiagen-Anteile senkte, blieben die Anleger gespalten.

Deutsche Bank sieht nach der gescheiterten Übernahme weiteres Kurspotenzial 

Die Deutsche Bank +3,26% sieht nach dem Scheitern der Übernahme den Startschuss für einen Kursanstieg gekommen. Analyst Falko Friedrichs sagt dem im MDax notierten Gendiagnostik- und Biotechnologieunternehmen für die kommenden Jahre ein hohes Ergebniswachstum voraus. 

Er stufte daher die Papiere in einer am Freitag vorliegenden Studie von "Hold" auf "Buy" hoch. Das Kursziel erhöhte er von 32 auf 60 Dollar. 

Der Experte zeigte sich nicht sonderlich überrascht, dass der Deal wegen des Verfehlens der angestrebten Annahmeschwelle floppte. Nach seiner Meinung griff die Offerte zu kurz. Qiagen sei als Profiteur in der Corona-Krise deutlich mehr wert als die 43 Euro je Aktie, die die Amerikaner zuletzt geboten hatten. Die Corona-Tests von Qiagen dürften mindestens bis in das nächste Jahr hinein stark gefragt sein, schätzt er.

Während die Bewertungen der Diagnostikindustrie seit dem Ausbruch der Virus-Pandemie stark zugelegt hätten, sei das Qiagen-Papier klar hinterhergehinkt. Der Kurs habe sich die Zeit über in Sichtweite des Übernahmeangebots bewegt. Nun sei der Weg frei, von diesem Niveau wegzukommen und die Bewertungslücke zu schließen, die es im Vergleich zu Wettbewerbern mit ähnlich guten Aussichten gebe.

Das macht die Aktie von Qiagen

An der Börse konnten die Papiere von Qiagen -0,28% am letzten Handelstag der Woche deutlich zulegen, notieren mit 42,18 Euro jedoch unterhalb des Angebotspreises von 43 Euro.

Sechs-Monats-Chart Qiagen in Euro.
Mit Material von dpa-AFX.
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