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Royal Dutch Shell: Das ist gar nicht gut!

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dem Ölkonzern Shell könnte bald erneuter Ärger vor Gericht drohen: Wie der britische Supreme Court am Freitag in London entschied, kann das Unternehmen wegen Umweltschäden in Nigeria von dortigen Betroffenen auch vor englischen Gerichten verklagt werden. Dies könnte die jüngste Kursrallye jäh beenden.

Hintergrund ist der bereits seit Jahren andauernde Rechtsstreit zweier nigerianischer Gemeinden mit dem britisch-niederländischen Konzern, die einem nigerianischen Tochterunternehmen von Shell vorwerfen, mit Öl-Lecks großflächige Umweltschäden im Niger-Delta angerichtet zu haben.

Gericht erklärt Shell für schuldig

Kürzlich hatte bereits dass Berufungsgericht im niederländischen Den Haag entschieden, dass Shell die Bauern in Nigeria für Ölverschmutzung entschädigen muss. Das Unternehmen sei haftbar für Verseuchungen durch Öl-Lecks 2004 und 2005, hieß es. 

Die Anwälte der Kläger begrüßten das Urteil und sagten, die Entscheidung werde es internationalen Konzernen künftig erschweren, ähnliche Klagen zu blockieren. Mark Dearn von der Corporate Responsibility Coalition UK sagte: "Es sendet eine klare Botschaft an multinationale Unternehmen wie Shell: Sie haben eine Sorgfaltspflicht, und sie werden für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden, die ihre Tochterunternehmen verursachen, zur Verantwortung gezogen."

Ölkonzern sieht sich als Sabotage-Opfer

Ein Sprecher von Shell bezeichnete die Entscheidung des Supreme Courts als "enttäuschend". Der Konzern macht für die Umweltschäden kriminelle Machenschaften und Saboteure verantwortlich. Zuvor hatte Shell zudem argumentiert, in Europa nicht rechtlich haftbar für das nigerianische Tochterunternehmen zu sein. 

Shell-Aktie legt weiter zu

Ungeachtet des Gerichtsurteils und möglicher Folgen legt die Shell-Aktie -0,27% dank steigender Ölpreise auch am Dienstag weiter zu. Weiteren Auftrieb dürfte dabei auch das jüngste Urteil der US-Bank JPMorgan verleihen: So hatte die Bank die Einstufung auf "Overweight" mit einem Kursziel von 1700 Pence belassen. Den JPMorgan-Analysten zufolge habe der Ölkonzern auf  der lang erwarteten Kapitalmarktveranstaltung einen engagierten und progressiven Plan für eine Transformation in Richtung erneuerbare Energien vorgelegt.

Sechs-Monats-Chart Royal Dutch Shell A (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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