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Russland kürzt Gaslieferung – Gaspreis explodiert

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Russland hat erneut die Erdgas-Lieferung über die Pipeline Jamal-Europa gestoppt. Wie bereits an neun Tagen Anfang November, wurde an der Verdichterstation Mallnow (Brandenburg) seit dem Morgen Gas in die entgegengesetzte Richtung nach Polen gepumpt. Die Gasversorgung Deutschlands ist weiterhin gesichert. Doch der Gaspreis springt auf einen neuen historischen Höchststand.

Die Liefermenge war bereits in den drei Tagen zuvor deutlich reduziert worden, wie aus im Internet veröffentlichten Daten des Gasnetzbetreibers Gascade hervorgeht.

Der Kreml in Moskau bezeichnete den Schritt als wirtschaftliche Entscheidung und nicht als eine politische. Gründe wurden zunächst nicht genannt – weder vom Kreml noch vom Staatskonzern Gazprom . Es gebe zudem keinen Zusammenhang mit der Befüllung des zweiten Strangs der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Dass in Mallnow Gas in die andere Richtung fließe, sei nichts Außergewöhnliches, sagte eine Gascade-Sprecherin.

Für den Betrieb von Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland steht weiter die Genehmigung der Bundesnetzagentur aus. Kritiker sehen in der Gasleitung vor allem ein geopolitisches Projekt Moskaus. 

Interfax zufolge hatte der Gasriese Gazprom für Dienstag keine Transportkapazitäten in Richtung Deutschland gebucht. Stattdessen sei das Gas in entgegengesetzte Richtung gepumpt worden – von Deutschland nach Polen. Am Montag betrug die Menge in Richtung Deutschland demnach nur 3,8 Millionen Kubikmeter Gas. Im November waren Berichten zufolge noch täglich zwischen 30 Millionen und 40 Millionen Kubikmeter Gas durch die Jamal-Pipeline gepumpt worden.

Rund zwei Drittel des nach Deutschland importierten Gases stammen laut Bundesnetzagentur aus Russland und GUS-Staaten. Die in Deutschland ankommenden Gas-Importe werden zu großen Teilen durchgeleitet, häufig nach Österreich und in die Niederlande. 2020 gelangten gut 23 Prozent des russischen Gases über Polen nach Deutschland.

Die Gaspreise explodieren zeitweilig. Der Future auf Erdgas springt am Londoner Terminmarkt prozentual zweistellig nach oben und markiert einen neuen Höchststand (siehe Chart). Als wesentlicher Grund wird neben dem kalten Winter vor allem der Streit um die Gaspipeline Nord Stream 2 genannt. Zwar erfüllt Russland alle bereits eingegangenen Lieferverpflichtungen, darüber hinaus wird aber kaum mehr angeliefert und die Gasspeicher sind leer. Viele Verbraucher bekommen von der Preisexplosion derzeit noch nichts mit.

Auch die Gazprom-Aktie profitiert und steigt am Dienstag zeitweise um über vier Prozent. (Mit Material von dpa-AFX)

12-Monats-Chart Erdgas (Future in GBP, London)
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