DAX®15.199,68+0,33%TecDAX®3.284,58+0,68%Dow Jones 3034.021,45+1,29%Nasdaq 10013.109,15+0,83%
finanztreff.de

RWE: Corona ist keine Gefahr, das Wetter schon

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Energiekonzern RWE kann sich nicht beklagen: Trotz Corona-Pandemie war 2020 ein erfolgreiches Jahr für die Essener. Finanziell lief es besser als erwartet, wie erste Eckdaten bereits gezeigt haben. Am Dienstag legt der Konzern seine ausführlichen Zahlen für 2020 vor – zum letzten Mal mit RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. Im Fokus steht der Ausblick auf 2021.

Die Corona-Pandemie konnte RWE nichts anhaben, das Wetter rund um den Globus hat dagegen schon größeren Einfluss auf den Energiekonzern. Und so kann extremes Winterwetter in den USA bei einem deutschen Energiekonzern für finanzielle Einbußen sorgen. Als in Teilen der USA vor einigen Wochen ein schwerer Wintereinbruch für Chaos sorgte, standen nämlich auch die dortigen Windkraftanlagen der Essener plötzlich still.

Netzprobleme und Vereisungen führten zu den Ausfällen, die laut RWE das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Segments Onshore Wind/Solar im laufenden Jahr mit einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belasten werden. Das Problem war: RWE hatte bereits Strom aus den Windkraftanlagen vorab verkauft, um die Verträge zu erfüllen, musste der Konzern Strom teuer zukaufen. 

Solide Ergebnisse

Gute Zahlen für 2020 kommen somit nicht unbedingt überraschend, RWE hat seine eigene Prognose für das abgelaufene Jahr allerdings noch übertroffen. Wie das Unternehmen Anfang Februar auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte, hatte vor allem der Energiehandel zum Jahresende noch mal an Fahrt aufgenommen. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 1,8 Milliarden Euro, angepeilt hatte das Management maximal 1,5 Milliarden. Auch beim Nettoergebnis lief es für RWE im vergangenen Jahr mit 1,2 Milliarden Euro deutlich besser als gedacht. Analysten erwarten nun am morgigen Dienstag den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr.

Das sagen die Analysten

Zu den Wetter-Eskapaden in Texas haben sich auch Analysten geäußert: Zum einen rechne der Versorger wegen der Wettersituation mit einer Belastung. Zum anderen seien in den letzten Wochen aber auch die Zinsen gestiegen, was die Attraktivität der ohnehin im Branchenvergleich unterdurchschnittlichen Dividendenrendite weiter schmälere, kommentierte Sven Diermeier vom US-Analysehaus Independent. Deshalb senkte er sein Kursziel auf 34 Euro und gehört damit zu den Experten, die der RWE-Aktie eher wenig zutrauen. 

Ahmed Farman vom US-Analysehaus Jefferies geht davon aus, dass die Einbußen in Zusammenhang mit dem Wetter in den USA die Konsensschätzung für das operative Ergebnis (Ebitda) 2021 um rund zehn Prozent sinken lassen dürften. Einige Experten verweisen auf die Belastung als Einmaleffekt und bewerten sie damit als Einstiegschance. 

Ein weiteres Thema die Einigung mit der Bundesregierung über eine Entschädigung für den beschleunigten Atomausstieg. Laut Deepa Venkateswaran vom US-Analysehaus Bernstein Research hat diese ein sehr erfreuliches Ereignis sowohl für Eon als auch für RWE geliefert. Mit 880 Millionen Euro bekomme RWE viel mehr als die am Markt erwarteten 300 bis 400 Millionen. 

Das macht die Aktie von RWE

An der Börse kamen die Zahlen gut: So legte die RWE-Aktie +2,91% am Montag zeitweise um 0,2 Prozent auf 32,51 Euro zu. Damit notierten die Papiere leicht unter dem Niveau von Mitte Februar 2020, also kurz vor dem Corona-Börsencrash.

Sechs-Monats-Chart RWE (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
Schlagworte:
, , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Rund zwei Jahre nach dem Verkauf seines Deutschland-Geschäfts will der Online-Lieferdienst Delivery Hero mit der Marke Foodpanda hierzulande wieder Fuß fassen. Glauben Sie, dass Foodpanda in Deutschland erfolgreich wird?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen