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RWE: Milliarden-Investitionen bis 2030 geplant – Aktie zieht an

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Energiekonzern RWE will bis zum Ende des Jahrzehnts Milliarden in erneuerbare Energien stecken und blickt optimistischer auf das kommende Jahr. Pro Jahr sollen durchschnittlich fünf Milliarden Euro brutto in das Kerngeschäft investiert werden, teilte der DAX-Konzern -0,90% am Montag beim Kapitalmarkttag in Essen mit. Bis 2030 summieren sich die Bruttoinvestitionen damit auf 50 Milliarden Euro, netto sind es laut RWE 30 Milliarden. Die Aktie legte zu.

Damit will das Management um Chef Markus Krebber das Portfolio an erneuerbaren Energien bis Ende des Jahrzehnts auf 50 Gigawatt erweitern. Pro Jahr will RWE dafür im Schnitt 2,5 Gigawatt zubauen, das sind zwei Drittel mehr als bislang jährlich angestrebt. Unter anderem will RWE seine Kapazität bei der Stromerzeugung auf See von derzeit 2,4 auf acht Gigawatt im Jahr 2030 erhöhen. Bei Windkraft-Anlagen an Land und bei Solaranlagen ist ein Ausbau von sieben auf 20 Gigawatt geplant. Zulegen will der Konzern auch bei Batteriespeichern, wo die Kapazität auf drei Gigawatt verfünffacht werden soll.

Gaskraftwerke als Back-up-Lösung 

RWE setzt weiter auf den Betrieb von Gaskraftwerken, die im Bedarfsfall schnell Strom produzieren können. Der Konzern verfüge aktuell mit rund 14 Gigawatt installierter Leistung über die zweitgrößte Gaskraftwerksflotte Europas, hieß es. Weitere Anlagen mit insgesamt mindestens zwei Gigawatt Leistung sollen bis 2030 hinzukommen.

Das Unternehmen betonte, dass die neuen Anlagen "mit einem klaren Dekarbonisierungspfad" versehen werden sollen. Auch für alle bestehenden Anlagen werde ein Fahrplan entwickelt, um sie "grün" umzurüsten. Den Handel mit grünen Energieträgern will RWE ausweiten. Das Unternehmen kündigte an, neue Geschäftsmöglichkeiten beim Wasserstoff- und Ammoniakimport für die Industrie in Europa erschließen zu wollen.

EBITDA-Verdopplung angepeilt 

In der Folge soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Kerngeschäft bis 2030 auf fünf Milliarden Euro steigen. Das wäre laut dem Unternehmen eine Verdoppelung im Vergleich zum laufenden Geschäftsjahr und übersteigt die Erwartungen der Analysten laut John Musk von der kanadischen Bank RBC um zehn Prozent. Das Kerngeschäft von RWE umfasst den Energiehandel, die Segmente Off- und Onshore von Wind und Solar sowie Wasser, Biomasse und Gas.

Prognose angehoben 

Den ersten Schritt dahin spiegelt auch die vom Management erhöhte Prognose für 2022 wider. Von den 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro, die das Management als bereinigtes Nettoergebnis erwartet, sollen 650 bis 950 Millionen Euro aus dem Kerngeschäft kommen. Das bereinigte operative Ergebnis werde konzernweit 3,3 bis 3,6 Milliarden Euro zudem rund 200 Millionen Euro höher ausfallen als bislang gedacht. Die Ziele für das operative Ergebnis in den kommenden Jahren seien höher als von ihm erwartet, schrieb Jefferies-Analyst Ahmed Farman in einer Studie.

Höhere Dividende angestrebt 

Von den besseren Ergebnissen sollen auch die Aktionäre profitieren: Die prognostizierte Dividende in Höhe von 90 Cent je Aktie für das laufende Geschäftsjahr soll in den kommenden Jahren die Untergrenze bilden, hieß es von Finanzchef Michael Müller. Langfristig stellte das Management Ausschüttungen von 50 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses in Aussicht. Bislang waren nur mindestens 40 Prozent versprochen worden.

Das macht die RWE-Aktie 

Die Anleger reagierten zufrieden. Die RWE-Aktie +1,52% legte am späten Montagnachmittag um rund drei Prozent zu. Auf Jahressicht steht aber immer noch ein Minus von über sieben Prozent zu Buche.

Sechs-Monats-Chart RWE (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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