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Shop Apotheke und Zur Rose: Das ist ein Rückschlag

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die verpflichtende Einführung von E-Rezepten in Arztpraxen, Apotheken und Kliniken wird verschoben. Es sei deutlich geworden, das "die erforderlichen technischen Systeme noch nicht flächendeckend zur Verfügung stehen", heißt es in einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums, das der dpa vorliegt. Papiere von Medikamenten-Versendern geben deutlich nach.

Zuvor hatte Apotheke Adhoc berichtet. Die Verfügbarkeit sei Voraussetzung für die verpflichtende Einführung, so ein Ministeriumsvertreter. Nun soll "der kontrollierte Test- und Pilotbetrieb in den kommenden Wochen schrittweise fortgesetzt und ausgeweitet werden". Ein neuer Termin, ab dem die Pflicht greift, steht noch nicht fest.

Bislang müssen Papierrezepte für verschreibungspflichtige Medikamente mitunter mühsam bei den Firmen wie Shop Apotheke und DocMorris eingeschickt werden, das Wegfallen dieser Hürde könnte den Online-Apotheken viel neue Kundschaft bringen.  In der Ärzteschaft hatte es starke Bedenken gegeben - der ursprüngliche Zeitplan wurde für unrealistisch gehalten. Diesen Bedenken wird nun Rechnung getragen.

Die Digitalverschreibung ist ein Mammutprojekt im Gesundheitswesen, das schon seit längerem Anlaufschwierigkeiten hat. Ein Pilotprojekt im Sommer in Berlin und Brandenburg brachte kaum Erkenntnisse. Die für Oktober vorgesehen bundesweite Testphase wurde auf Dezember verschoben, weil es an notwendigen IT-Updates mangelte. An dem deutschlandweiten Pflichtstart ab Januar wurde zunächst festgehalten, die Verpflichtung wurde aber aufweicht: Im November teilte die Gematik mit, dass sie die Pflicht nur auf diejenigen beziehen werde, "die dazu technisch in der Lage sind". Damit wurde die Einführungspflicht zu einem Papiertiger - und selbst diese schwache Vorgabe wandert nun in den Mülleimer.

Die Gematik bezeichnete das erste Quartal 2022 in einer Mitteilung vom Dienstag als "Übergangszeitraum", in dem Installationen und Schulungen für den Einsatz der Updates stattfinden könnten. Die Firma untermauerte ihre Forderung an die Gesundheitsbranche, "dass die Testphase von allen Beteiligten intensiv genutzt werden muss, damit ein Digitalisierungsprojekt wie das E-Rezept gemeinsam gelingen kann". Sobald bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sind, soll das E-Rezept flächendeckend ausgerollt werden.

Die Gesundheitsbranche reagierte erleichtert auf die Verschiebung des Pflichtstarts. Doch an der Börse kommen die Aktien von Online-Apotheken unter Druck - diese versprechen sich schließlich große Chancen durch ein E-Rezept. Aktien von Shop Apotheke Europe +3,47% fielen am Nachmittag am SDAX-Ende um gut acht Prozent, Papiere der Schweizer DocMorris-Mutter Zur Rose +2,86% in Zürich um über zehn. (Mit Material von dpa-AFX)

Zwölf-Monats-Chart Shop Apotheke (Xetra, in Euro)
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