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Siemens Healthineers mit Milliarden-Deal

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Siemens Healthineers will seine Krebsforschung durch den Kauf des US-Konzerns Varian für 16,4 Milliarden Dollar ausbauen. Es ist die bisher größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens und könnte den Aufstieg in den DAX ermöglichen.

Die Varian-Aktionäre, die der Übernahme ebenfalls noch zustimmen müssen, sollen 177,50 Dollar je Aktie erhalten. Das ist in etwa ein Viertel mehr als die Anteile am Freitagabend gekostet hatten. Varian setzte im vergangenen Geschäftsjahr rund 3,2 Milliarden Dollar um und erzielte dabei eine operative Marge von 17 Prozent. Der Vorstand des US-Konzerns stimmte dem Plan zu und empfiehlt den Anteilseignern, die Offerte anzunehmen.

Durch den Zukauf sieht Healthineers Synergien beim operativen Ergebnis von mindestens 300 Millionen Euro pro Jahr im Geschäftsjahr 2025. In den Jahren darauf dürften diese nochmals "signifikant" steigen, sagte Finanzvorstand Jochen Schmitz. Innerhalb der ersten zwölf Monate nach Vollzug soll Varian zudem positiv zum bereinigten Ergebnis je Aktie beitragen.

Finanzierung über Darlehen und Kapitalerhöhung

Finanzieren will Healthineers die Übernahme in etwa zur Hälfte über Kredite und zur anderen Hälfte über neues Eigenkapital, das sich die Erlangener über die Ausgabe neuer Aktien beschaffen wollen. So stelle die Konzernmutter Siemens einen Brückenkredit von 15,2 Milliarden Euro bereit. Healthineers will diese bis zur Hälfte mit einer Kapitalerhöhung ersetzen.

Da eine Kapitalerhöhung in diesem Volumen meist auf den Kurs drückt, könnte der Wert auch höher ausfallen, zumal die Mutter Siemens keine neuen Anteile erwerben will. Der Konzern selbst kündigte an, in einem ersten Schritt noch 2020 neue Aktien prospektfrei anzubieten.

Die steigende Verschuldung will Healthineers möglichst schnell wieder senken. Die hohe Mittelgenerierung des fusionierten Geschäfts ermögliche einen raschen Abbau, zeigte sich Schmitz zuversichtlich.

Durch den steigenden Streubesitz und das zu erwartende höhere Handelsvolumen winkt Healthineers auch die Aufnahme in den DAX. Schmitz erklärte, spätestens zur regulären Überprüfung des Index im kommenden Jahr sei ein Aufstieg möglich.

Quartalsbericht vorgezogen

Healthineers zog zudem die Veröffentlichung des Quartalsberichts um einen Tag vor. Die Besonderheit: Der Medizintechniker wagt jetzt auch wieder eine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr.

Healthineers rechnet der neuen Prognose zufolge im Ende September auslaufenden Geschäftsjahr 2020 mit einem stabilen Umsatz. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 1,54 und 1,62 (Vorjahr: 1,70) Euro liegen. Ursprünglich hatte Healthineers bei beiden Werten mit einem Anstieg gerechnet, diese Prognose aber Anfang Mai wegen der coronabedingten Unsicherheiten zurückgezogen.

Im dritten Quartal ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresabschnitt um 7,2 Prozent auf 3,31 Milliarden Euro zurück. Dabei belastete die Corona-Krise insbesondere das Diagnostikgeschäft, da das Testaufkommen für Routine-Untersuchungen sank. In der Bildgebung und in der Präzisionsmedizin fielen die Rückgänge deutlich geringer aus. Das um Sondereffekte bereinigte Ebit fiel um 15 Prozent auf 461 Millionen Euro. Damit erfüllte der Konzern beim Umsatz die Erwartungen der Experten und übertraf sie beim operativen Ergebnis.

Das macht die Aktie von Siemens Healthineers

An der Börse sorgte die Nachricht aber erst einmal für Kursverluste, auch wenn viele Experten wie etwa die Goldman-Sachs-Analystin Veronika Dubajova oder Berenberg-Analyst Scott Bardo den Deal als sinnvollen strategischen Schritt einstuften. Auf der anderen Seite ist er sehr teuer und soll auch durch die Ausgabe vieler neuer Aktien finanziert werden.

Die Aktie von Siemens Healthineers -0,14% verlor im frühen Handel über fünf Prozent auf 41,66 Euro, nachdem sie vorbörslich zeitweise deutlich zugelegt hatte.

Mit Material von dpaAFX.
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