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Sixt: Jetzt übernehmen die Söhne das Steuer

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Deutschlands größte Autovermietung Sixt hat auch im Corona-Krisenjahr 2020 einen kleinen Gewinn erwirtschaftet und dem scheidenden Vorstandschef Erich Sixt damit die größte Freude gemacht. Dennoch gehören die Aktien des Autovermieters aus Pullach im Isartal am Dienstag zu den schwächsten SDAX-Titeln.

"Ich möchte nicht nach 50 Jahren abtreten und im letzten Jahr noch einen Verlust verzeichnen", sagte der 76-Jährige Firmenpatriarch am Dienstag in Pullach: "Dieser Makel" sei ihm erspart geblieben. Seine Söhne Alexander und Konstantin, die ihn im Juni als gemeinsame Vorstandschefs ablösen, würden den Konzern jetzt zu neuen Ufern führen.

Corona-Maßnahmen belasten Konzernergebnis

Reisebeschränkungen und Lockdowns hatten den Konzernumsatz von 2,5 auf 1,5 Milliarden Euro einbrechen lassen. Obwohl Sixt seine Autoflotte um ein Viertel verkleinerte, 1200 Stellen abbaute und viele Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte, rutschte das Konzernergebnis vor Steuern mit minus 81,5 Millionen Euro in die roten Zahlen. Aber durch den Verkauf des Leasinggeschäfts stand unter dem Strich doch noch ein Gewinn von 2 Millionen Euro nach Steuern.

Verglichen mit den Milliardenverlusten zweier großer Wettbewerber sei dies aber ein "sehr gutes Ergebnis", zu dem "meine Söhne einen entscheidenden Beitrag geliefert haben", sagte Erich Sixt. Beide sind seit 2015 im Vorstand: der 41-jährige Alexander Sixt als Verantwortlicher für Strategie, Einkauf und Personal, sein 38-jähriger Bruder Konstantin als Vertriebschef. "Sie bringen neuen Schwung in das Unternehmen, besonders auf der digitalen Seite", sagte Erich Sixt. 

Neues Dream-Team an der Unternehmensspitze

Jeden Zweifel am Funktionieren der Doppelspitze wies Alexander Sixt zurück: "Wir sind schon ein erprobtes Duo!" Sie ergänzten sich bei ihren Aufgaben und im Charakter, und das Unternehmen habe für sie beide stets "absoluten Vorrang vor persönlichen Befindlichkeiten".

Alexander und Konstantin Sixt haben in London und Paris Betriebswirtschaft studiert, sind seit über zehn Jahren im Unternehmen und treiben die Zusammenführung und digitale Vernetzung von klassischer Autovermietung, Carsharing und Auto-Abo voran. Dass sie das Lebenswerk ihres Vaters in der vierten Generation fortführen, sei "ein Zeichen für Kontinuität und Stabilität des Unternehmens", sagte Alexander Sixt. 

Massive Expansion in den USA

In den USA, für Autovermieter mit Abstand der größte Markt der Welt, investierte Sixt in der Krise kräftig und erweiterte sein Netz von 65 auf 100 Stationen. Das werde zu einem Umsatzschub führen, sobald die Corona-Beschränkungen gelockert würden - und das dürfte dank Impfungen in den USA schneller geschehen als in Europa. "Außer uns gibt es dort nur noch drei große Spieler, von denen zwei wacklig sind. Da kann man natürlich angreifen", sagte Erich Sixt.

Das macht die Sixt-Aktie

Trotz der Aussicht auf eine baldige Besserung der Gesamtlage ging es für die Sixt-Stammaktie +1,10% am Dienstag abwärts. Mit einem Kursverlust von 2,6 Prozent gehörte sie am Nachmittag zu den schwächsten Titeln im Nebenwerte-Index SDax +1,23%. Seit dem Jahreswechsel hat sie damit allerdings immer noch rund sechs Prozent an Wert gewonnen.

Sechs-Monats-Chart Sixt SE (in Euro)
Mit Material von dpaAFX.
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